Wohnungsbau kurbelt Geschäft der Sparkasse Bühl an

Bühl (tas) – Ein Nachfrageschub bei der Finanzierung von Immobilien hat das Kreditgeschäft der Sparkasse Bühl im Jahr 2020 beflügelt. Doch unter dem Strich steht ein schrumpfender Zinsüberschuss.

Der Vorstand der Sparkasse Bühl: Frank König (links) und Matthias Frietsch sind zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2020. Foto: Sparkasse Bühl

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Der Vorstand der Sparkasse Bühl: Frank König (links) und Matthias Frietsch sind zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2020. Foto: Sparkasse Bühl

Zusammen mit den Kunden gut durch die Corona-Krise zu kommen, das war das erklärte Ziel der Sparkasse Bühl. Und aus Sicht von Vorstandschef Frank König ist das auch gelungen. „Wenn man sich die Rahmenbedingungen ansieht, war das Jahr 2020 bemerkenswert“, sagt er. Denn trotz der unsicheren Zeiten konnte das öffentlich-rechtliche Institut sein Geschäft weiter ausbauen.

Vor allem bei der Finanzierung des Wohnungsbaus lief es für die Sparkasse Bühl gut. Im Jahr 2020 konnte hier ein Rekordwert bei den Darlehenszusagen in Höhe von 89 Millionen Euro erzielt werden, ein Plus von 27,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dabei profitierte das Institut auch von der Zusammenarbeit mit regionalen Vermittlern, die dabei helfen, das Baufinanzierungsgeschäft ein Stück weit über die Grenzen des klassischen Geschäftsgebiets der Sparkasse auszuweiten. Insgesamt lagen die neuen Darlehenszusagen bei 148 Millionen Euro, der dritte Höchstwert in Folge. Unter dem Strich wuchs das Kreditportfolio um neun Prozent auf 639 Millionen Euro.

Mit ihren Ausleihungen sieht sich die Sparkasse Bühl insgesamt gut aufgestellt. König: „Echte Kreditausfälle haben wir noch nicht gesehen, und sie sind aktuell auch nicht wahrnehmbar.“ Etwas mehr als 300 Darlehen hatte die Sparkasse im Zuge der Corona-Krise bis Ende März dieses Jahres auf Eis gelegt, derzeit seien davon noch rund 40 Fälle betroffen, im Schwerpunkt aus den Bereichen Handel, Gastronomie und Kultur. In etwa 60 Fällen wurden Liquiditätshilfedarlehen mit einem Volumen von 12,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

„Noch keine Entwarnung geben“

„Es ist interessant, wie kreativ die Unternehmen auch in schwierigen Situationen sind und die in der Krise wichtigen Themen bearbeitet haben“, lobte König die Kreditnehmer. Bei der Risikovorsorge bleibt die Sparkasse aber weiterhin konservativ. „Ich kann noch keine Entwarnung geben.“

Trotz der guten Entwicklung des Kreditgeschäfts konnte die Bank aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase unter dem Strich das Zinsergebnis des Vorjahres nicht halten. 2020 sank der Überschuss um eine Million auf 11,6 Millionen Euro. Auch das Provisionsergebnis sank leicht von 6,5 auf 6,3 Millionen Euro. Ursache hierfür waren die reduzierten Geschäftsaktivitäten der Kunden in der Pandemie. Am Ende bleibt dem Institut ein Jahresüberschuss in Höhe von etwas mehr als einer halben Million Euro. König: „Das ist ein ordentliches Ergebnis.“

Die Sparkasse Bühl beschäftigt derzeit etwas mehr als 150 Mitarbeiter und betreibt elf mit Personal besetzte Standorte. Die Bilanzsumme stieg im vergangenen Jahr auf 1,117 Milliarden Euro, ein Plus von 7,3 Prozent gegenüber 2019. Im selben Zeitraum legten auch die Kundeneinlagen deutlich zu: von 737 Millionen auf 837 Millionen Euro.

Ihr Autor

BT-Redakteur Tobias Symanski

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Erstellt:
2. Juli 2021, 08:00 Uhr
Lesedauer:
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