Wolf in Varnhalt gesichtet?

Baden-Baden (cn) – Am Varnhalter Kirchberg vermutet eine Anwohnerin, dass ihr ein Wolf begegnet ist. Das Tier wurde mit einer Wildtierkamera aufgenommen.

Grau und abgemagert: Die Aufnahme der Überwachungskamera, die im Gewächshaus installiert war. Foto: pr/Christina Nickweiler

Grau und abgemagert: Die Aufnahme der Überwachungskamera, die im Gewächshaus installiert war. Foto: pr/Christina Nickweiler

Am Samstag vor einer Woche ging Margrit Liebich morgens um halb acht Brötchen holen. Als sie so in Gedanken vertieft den Kirchberg entlangging, huschte auf einmal etwas über die Straße, versteckte sich hinter einem Gebüsch und blieb in einem Vorgarten neben Rosensträucher stehen. „Es war ein Wolf“, ist sich die Varnhalterin sicher. Denn als das Tier stehen blieb, blickte es für einen Moment zu Margrit Liebich und verschwand anschließend über die Gärten in der Weidenstraße.

„Grau, verstrubbelt und komplett abgemagert, hat das Tier ausgesehen. Ich habe es bedauert“, erzählt die 84-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung. Er habe auch kaum Notiz von ihr genommen, nachdem sich die Blicke von Wolf und Mensch für einen Augenblick lang getroffen hätten. Aber irgendwie schien das Tier geschwächt, schildert Margrit Liebich.

Dort: Margrit Liebich zeigt, wo sie den vermeintlichen Wolf gesichtet hat. Foto: Christina Nickweiler

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Dort: Margrit Liebich zeigt, wo sie den vermeintlichen Wolf gesichtet hat. Foto: Christina Nickweiler

Als sie die Begebenheit später in der Bäckerei erzählte, schenkte ihr niemand Glauben. Das sei bestimmt ein Fuchs gewesen, war die Meinung der Leute, die ihre Geschichte hörten. „Nein, er war viel hochbeiniger als ein Fuchs“, sagt Margrit Liebich. Ihren Eindruck („Das war bestimmt ein Jungtier“) erzählt sie beim Gespräch vor Ort am vergangenen Freitag.

Am selben Abend ebenfalls am Kirchberg bei Familie Scheck im Garten: Gegen 21 Uhr betritt Rosemarie Scheck das Gewächshaus. Plötzlich sieht sie, wie auf einem rund 1,50 Meter hohen Regal ein großes Tier sitzt. Das Tier wollte wohl über das geöffnete Fenster wieder raus, schaffte es aber nicht.

Auch ein Fuchs mit Räude sei möglich

„Als ich das Vieh gesehen habe, bin ich sofort wieder raus und habe die Tür zugemacht“, berichtet Rosemarie Scheck. Die Schecks informierten den Nachbarn, der Jäger ist. Dieser installierte eine Kamera, auf dem das Tier nun zu sehen ist. Der Jäger sei sich allerdings nicht ganz sicher: Es muss kein Wolf sein, es könnte auch ein Fuchs mit Räude sein, so die Vermutung.

Doch Rosemarie Scheck hält das Tier ebenfalls für einen Wolf. „Füchse sind braun, dieses Tier ist aber ganz grau“, berichtet sie von ihrer Beobachtung. Da das Tier völlig ausgehungert schien, habe man Fleisch in das Gewächshaus geworfen und eine Schale mit frischem Wasser. „Am Morgen hatte der Wolf alles weggefressen“, hatten die Schecks festgestellt.

Der Wildtierbeauftragte des Landkreises, Martin Hauser, wiederum hat sich später dann die Aufnahmen der Kamera angesehen. Er ist der Ansicht, dass es sich um einen räudigen Fuchs handeln könnte. Für einen Fuchs spreche auch, dass diese sich gerne in Hütten herumtreiben würden, fasst er zusammen. Dieses Verhalten sei für einen Wolf eher untypisch. Im Laufe des Samstags war das Tier aus dem Gewächshaus in Varnhalt dann plötzlich verschwunden.

Ihr Autor

unserer Mitarbeiterin Christina Nickweiler

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Erstellt:
16. Mai 2022, 06:36 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 23sec

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