Wollschweine bereichern die Straußenfarm

Rheinmünster (vr) – Als Schwein im „Schafspelz“ darf Kurti, der Neuzugang der Kamel- und Straußenfarm in Schwarzach gelten. Dort setzt man auf Wollschweine. Die Rasse steht auf der Roten Liste.

Die Wollschweine auf der Straußenfarm genießen das Futter und die Streicheleinheiten von Rudi Zimmer.  Fotos: Veruschka Rechel

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Die Wollschweine auf der Straußenfarm genießen das Futter und die Streicheleinheiten von Rudi Zimmer. Fotos: Veruschka Rechel

Kurti hat sprichwörtlich Schwein gehabt. Seit rund einem Jahr ist der Eber auf der Kamel- und Straußenfarm in Rheinmünster zu Hause und fühlt sich dort sauwohl.
Er kann sich rund um die Uhr und zu jeder Jahreszeit im Schlamm suhlen, auf trockenem, weichem Boden faulenzen oder im Offenstall mit seinen vier Sauen Schweinereien machen. Darüber hinaus wird Kurti tagtäglich von Besuchern bewundert, denn er ist ein edles Mangalica-Schwein. Dieses gehört nicht nur zu einer der ältesten und rein erhaltenen Rassen seiner Gattung, sondern ist durch seinen gutmütigen Charakter auch sehr zutraulich und lässt sich gerne anfassen. Dieser Versuchung kann kaum jemand widerstehen, der das wollige, lockige Fell sieht, dem das Tier auch seinen Namen „Wollschwein“ verdankt. Doch was so weich wie Schaffell wirkt, ist drahtig und borstig. „Aber sie lieben es, wenn man sie kratzt“, lacht Rudi Zimmer, zusammen mit seiner Frau Katharina Inhaber der Farm.

Der putzige Frischling hat noch ein ganz weiches, glattes Fell, das erst im Laufe der Monate lockig und drahtig wird.  Foto: Veruschka Rechel

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Der putzige Frischling hat noch ein ganz weiches, glattes Fell, das erst im Laufe der Monate lockig und drahtig wird. Foto: Veruschka Rechel

Wie kamen die beiden ausgerechnet zu Mangalica-Schweinen? „Wir hatten noch Fläche frei und überlegt, wie wir sie nutzbringend verwenden können“, erklärt der Chef. Da die Rasse robust und genügsam ist, dichte Borsten und eine dicke Speckschicht hat, eigne sie sich ideal für die Freilandhaltung. „Außerdem tragen wir so dazu bei, die vom Aussterben bedrohte Rasse zu erhalten“, betont Katharina Zimmer. Das Wollschwein wurde 2019 auf die Rote Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen gesetzt. Doch es hatte saumäßiges Glück: Seine genetische Nähe zum schwarzen Iberico-Schwein löste eine zunehmende Nachfrage nach seinem Schinken und Fleisch aus und bedeutete den Durchbruch zur Rettung der Wollschweine.

Vermehrung geht genauso flott

So hielt das Wollschwein-Quintett im Alter von vier Monaten Einzug auf der Kamel- und Straußenfarm. Das gesunde Wachstum der Mangalica-Schweine dauert bei artgerechter Haltung doppelt so lange wie bei normalen Mastschweinen. Die Vermehrung geht dafür genauso flott. Kurti hielt, was sich Zimmers von ihm versprochen hatten: Im vergangenen Februar haben alle vier Sauen fast gleichzeitig geworfen. „Die 15 Frischlinge waren innerhalb von drei Tagen weg, denn es gibt immer mehr Bio-Bauern, die von dem Mangalica-Fleisch begeistert sind“, schwärmt Zimmer. Wie viele Wollschwein-Halter ist auch er überzeugt, dass ein Stück weißer Speck vom Mangalica so wertvoll ist wie ein Schluck Olivenöl. Tatsächlich wird das saftige Fleisch als cholesterinarm und reich an Omega-3-Fettsäuren gepriesen. Kein Wunder, dass die nächsten Würfe schon komplett reserviert sind. „Drei Sauen sind bereits wieder tragend“, freut sich Zimmer. Und darüber, dass seine Fläche Nutzen bringt, freut er sich auch.

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Erstellt:
21. Juni 2021, 10:15 Uhr
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