Wurzelzwerge erhalten größere Spielwiese

Rastatt (dm) – Der Naturkindergarten Wurzelzwerge bekommt einen neuen Standort hinter der Fohlenweide am Ötigheimer Wald. Er kann sich dort vergrößern und wird nicht mehr von Bauprojekten tangiert.

Der Naturkindergarten floriert: Mit Unterstützung der Stadt stehen Umzug und Erweiterung an. Der aktuelle Standort wird von Querspangen- und Klinikplänen tangiert. Foto: Frank Vetter

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Der Naturkindergarten floriert: Mit Unterstützung der Stadt stehen Umzug und Erweiterung an. Der aktuelle Standort wird von Querspangen- und Klinikplänen tangiert. Foto: Frank Vetter

Zehn Jahre nach seiner Gründung steht der florierende Naturkindergarten Wurzelzwerge vor einschneidenden Veränderungen: Die von der Spielwiese gGmbH betriebene Einrichtung wird vom jetzigen Standort neben dem Gelände des Rastatter SC/DJK auf ein Areal am Ötigheimer Wald, also am anderen Ende der Stadt, umziehen – und sich dort um eine Gruppe vergrößern.

Der Finanzausschuss des Gemeinderats genehmigte dafür einstimmig und ohne Diskussion städtische Unterstützung in sechsstelliger Höhe.

Der alte Standort im Süden der Stadt war auf den Prüfstand gestellt worden, weil der dort als Schutzunterkunft für die Kinder dienende Bauwagen dringend ersetzt werden muss – er ist marode, die Isolierung reiche weder im Winter noch im Sommer aus – und das Areal von Bauprojekten „bedroht“ ist. Zum einen würde die im Münchfeld lang ersehnte Straßenquerspange, die südlich des Stadtteils die B3 mit der B36 verbinden soll, den Kindergartenstandort vom Wald abschneiden, sobald sie gebaut wird. Dort verbringen die Kinder indes einen Großteil der Zeit.

Zum anderen liegt der Naturkindergarten auf einem der beiden von der Stadt vorgeschlagenen Standorte für das Zentralklinikum Mittelbaden. Eine Investition in den Kindergarten solle aber, so die Stadtverwaltung, „unabhängig und langfristig“ Bestand haben.

Einrichtung einer zweiten Gruppe geplant

Also habe man sich auf die Suche nach einer neuen geeigneten Fläche gemacht – und diese am Ötigheimer Wald hinter der Fohlenweide gefunden. Die Spielwiese als Träger sei mit dem neuen Standort, der größer sei als der alte, „sehr zufrieden“ – und kündigte an, sich dort um eine zweite Gruppe, also von 20 auf 40 Kinder, erweitern zu wollen. Aktuell sind die Wurzelzwerge bis ins Jahr 2024 ausgebucht.

Der Stadt, die ein Defizit an Kinderbetreuungsplätzen aufweist, kann die Erweiterung nur recht sein – zumal trotz sechsstelliger Beteiligung an dem Vorhaben letztlich „kostengünstig“ neue Plätze entstehen. Bis zu 267.500 Euro Zuschuss für die erforderlichen Bauten (80 Prozent der dafür notwendigen Kosten) plus Abbruch und Entsorgung der Anlage am alten Standort sowie sämtliche Kosten für den Anschluss an Strom/Wasser/Abwasser übernimmt die Stadt – im Zuge der Gleichbehandlung mit anderen Trägern. „Das ist am unteren Ende dessen, was wir ansonsten für Kitas aufwenden“, wie Bürgermeister Arne Pfirrmann betonte. Das Grundstück soll dem Träger zudem mietfrei überlassen werden.

Die Planung des von der Spielwiese beauftragten Architekten sieht am Ötigheimer Wald zwei Schutzunterkünfte in Holzbauweise vor, die durch eine Terrasse verbunden sind, einen Materialraum, ein Toilettenhaus, Waschmöglichkeiten und eine Umzäunung des Geländes. Der Bauantrag ist bereits eingereicht.

Ihr Autor

BT-Redakteur Daniel Melcher

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Erstellt:
9. Februar 2022, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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