Yburg: Baden-Badener Stadtbauamt in der Kritik

Baden-Baden (hol) – Seit vier Monaten ist die Yburg für Besucher gesperrt. Das Land findet die Zusammenarbeit mit der Stadt zeitraubend und eine Einigung über die Zufahrt gibt es auch noch nicht.

Das Tor zur Yburg ist seit fast vier Monaten geschlossen. Stadt und Land sind sich nicht einig. Foto: Bernhard Margull

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Das Tor zur Yburg ist seit fast vier Monaten geschlossen. Stadt und Land sind sich nicht einig. Foto: Bernhard Margull

Fast vier Monate ist die Yburg im Rebland für Besucher gesperrt. Getan hat sich seither wenig. Stadt und Land schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu.

Oberbürgermeisterin Margret Mergen hatte sich kürzlich bei einem Ortsrundgang im Rebland kritisch geäußert und angekündigt, den Druck aufs Land hochzuhalten. Es sei eine Schande, wie man dort mit dem historischen Erbe umgehe, meinte sie. Die Verantwortlichkeiten würden zwischen Ressorts hin- und hergeschoben. Ein Vorwurf, den Finanzstaatssekretärin Gisela Splett (Grüne) zurückweist. In einem Brief an Mergen machte sie gestern deutlich, dass die Zuständigkeiten keineswegs unklar seien. Kürzlich hätten die Sanierungsarbeiten auf der Burg begonnen. Dafür sei das Finanzministerium zuständig. Über die Details bei der Sanierung der Gaststätte wolle man sich mit den neuen Pächtern abstimmen. Nach Abschluss der Arbeiten wolle man die Ruine wieder für Besucher öffnen.

Abstimmung über Mülleimer dauert Jahre

Gisela Splett übt in ihrem Brief an Mergen herbe Kritik an der städtischen Bauverwaltung. In Hinblick auf die Yburg gebe es „immer wieder schwierige und zeitraubende Abstimmungen mit der Stadt unter anderem in Hinblick auf den Denkmalschutz“, schreibt sie. Das führe zu Verzögerungen. „Alleine die gewünschte Einhausung der Mülleimer hat zu langjährigen Abstimmungen mit dem Baurechtsamt geführt“, so Splett weiter. Daher bitte sie „dringend um konstruktive Begleitung der erforderlichen Sanierungen durch die Stadt“. Schließlich müsse es doch das gemeinsame Ziel sein, die Yburg zu erhalten und bald wieder zugänglich zu machen.

Der Knackpunkt bei alledem bleibt in Spletts Brief aber ausgeklammert: Die Frage, wer für die dringend nötige Sanierung der Zufahrtsstraße zu dem beliebten Ausflugsziel zahlen soll, ist weiter ungeklärt. Für die Straße sei die Landesforstverwaltung verantwortlich, lässt Splett lediglich wissen. Unstrittig sei zwar, dass die Zufahrt erhalten bleibe – aber eben nicht unbedingt als öffentlich nutzbare Straße. Wenn die Stadt das wünsche, sei eine Übernahme der Straße ins kommunale Straßennetz möglich, schreibt Splett. Das lehnt die OB aber ab. Die Stadt habe dafür kein Geld, hatte sie zuletzt gesagt. Man wolle die Straße auf keinen Fall übernehmen. Die Landesforstverwaltung will für eine Asphaltierung aber auch nicht zahlen, da eine befestigte Straße für forstliche Zwecke nicht nötig ist. Der Forst will die Straße künftig lediglich für forstliche Nutzung befestigen, hieß es auch am Donnerstag wieder gegenüber dem BT.

Ihr Autor

BT-Redakteur Harald Holzmann

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Erstellt:
1. Oktober 2021, 10:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 12sec

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