Yburg: Mergen wendet sich an Abgeordnete

Baden-Baden (hez) – Die Querelen um die Zufahrtsstraße in Richtung Yburg verärgern das Baden-Badener Stadtoberhaupt. Oberbürgermeisterin Margret Mergen richtet ihren Appell an das Land.

OB Margret Mergen fordert das Land auf, sich seiner Verantwortung für die Yburg nicht zu entziehen.  Foto: Bernhard Margull

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OB Margret Mergen fordert das Land auf, sich seiner Verantwortung für die Yburg nicht zu entziehen. Foto: Bernhard Margull

Was wird aus einem der beliebtesten Ausflugsziele der Region? Diese Frage steht im Raum, seitdem im vergangenen Monat bekannt wurde, dass sich die baden-württembergische Landesanstalt Staatliche Schlösser und Gärten entschlossen hat, die Yburg hoch über dem Rebland zu schließen (wir berichteten). OB Marget Mergen hat sich daher jetzt an die hiesigen Landtagsabgeordneten gewandt.
Begründet wird die Burgschließung mit anstehenden umfangreichen Sanierungsarbeiten. Daher hat die Schlösserverwaltung auch das Ausschreibungsverfahren für die Neuverpachtung der Burggaststätte abgebrochen.

Land will nicht verantwortlich sein

Ein Hauptproblem sind Zuständigkeitsquerelen hinsichtlich der Zufahrtsstraße, die ebenfalls saniert werden muss. Die eigentlich für die Straße verantwortliche Landesforstverwaltung sieht aber keine Veranlassung, hier finanziell tätig zu werden, da man ja für Forstzwecke keine asphaltierte Straße brauche.

Oberbürgermeisterin Margret Mergen beobachtet die Entwicklung hinsichtlich der Yburg mit einiger Sorge. Auf BT-Nachfrage betonte sie jetzt, dass es nicht sein könne, dass sich das Land hier seiner Verantwortung entziehen wolle. Burg, Wald und Zufahrtsstraße stünden alle in Landesregie. Empört verweist sie darauf, dass man dennoch beim Land versuche, der Stadt Baden-Baden die Straßensanierung zu übertragen.

Dafür könne man kein Verständnis aufbringen. Dies sei Sache des Landes, denn schließlich werde auch jeder Straßenanlieger zur Zahlung von Erschließungsgebühren herangezogen. Besonders schlimm wäre es, so meint die OB, wenn dann letztlich nur eine unbefestigte Zufahrtsstraße übrig bleibe. Dann könne man keinen Pächter mehr finden für die Gastronomie.

„So kann man nicht damit umgehen“

Langfristig könne so etwas sogar zum Verfall der Burgruine führen. Das dürfe nicht passieren: „So kann man nicht damit umgehen“, betont Mergen mit Blick auf das Land und fügt hinzu: „Eigentum verpflichtet.“ Das Land sei schließlich dafür zuständig, seine historischen Bauwerke zu erhalten. Wenn für viel Geld ein neues Nationalpark-Besucherzentrum am Ruhestein gebaut werden könne, dann müsse man sich auch um die Yburg kümmern.

Margret Mergen hat sich jetzt an die beiden hiesigen Landtagsabgeordneten Tobias Wald (CDU) und Hans-Peter Behrens (Grüne) gewandt und sie gebeten, wegen der Zukunft der Rebland-Burg in Stuttgart bei den Verantwortlichen vorstellig zu werden.

Ihr Autor

BT-Redakteur Henning Zorn

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Erstellt:
9. Juli 2021, 10:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 03sec

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