Yburg: Keine Wiedereröffnung vor 2022

Baden-Baden (hez) – Das Ausschreibungsverfahren für die Neuverpachtung der Gaststätte auf der Yburg musste abgebrochen werden, da die Sanierungskosten und die Pachtsumme noch nicht feststehen.

Die Yburg ist ein beliebtes Ausflugsziel. Eine Wiedereröffnung erscheint frühestens im Mai oder Juni nächsten Jahres denkbar. Foto: Bernhard Margull

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Die Yburg ist ein beliebtes Ausflugsziel. Eine Wiedereröffnung erscheint frühestens im Mai oder Juni nächsten Jahres denkbar. Foto: Bernhard Margull

Die Yburg, ein beliebtes Ausflugsziel im Rebland, kann frühestens zu Saisonbeginn im Mai oder Juni des kommenden Jahres wieder geöffnet werden. Und auch dieser Termin ist mit viel Hoffnung und Optimismus verbunden. Darauf verweist Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Landesanstalt Staatliche Schlösser und Gärten, im BT-Gespräch.
Die kürzlich erfolgte Mitteilung der Schlösserverwaltung über eine längerfristige Schließung der Burgruine und seiner Gastronomie hatte in Baden-Baden und Umgebung doch für einigen Ärger gesorgt. Michael Hörrmann bittet um Verständnis für diese Entscheidung.

Die Burganlage könne wegen der Vandalismus-Gefahr nicht ohne Aufsicht geöffnet werden. Dies habe lange Zeit der Betreiber der Gaststätte übernommen. Aber nach dem Abgang des bisherigen Pächters habe die Landesanstalt nicht die finanziellen Mittel, um auf der Yburg selbst für die nötige Aufsicht zu sorgen. Daher müsse die Anlage geschlossen bleiben.

Eigentlich hatte man bei den Staatlichen Schlössern und Gärten die Hoffnung, zügig einen neuen Gaststätten-Pächter für die Yburg präsentieren zu können. Die Stelle war auch schon ausgeschrieben gewesen, und laut Hörrmann hatten sich bereits aussichtsreiche Interessenten gemeldet.

Doch dann habe man das Verfahren abbrechen müssen, da sich der Umfang der nötigen Sanierungen größer als erwartet darstellte. „Wir sind noch nicht in der Lage gewesen, exakte Kostenberechnungen anzustellen und vor allem die sich auch daraus ergebende Höhe der Pachtsumme durchzukalkulieren“, berichtet Hörrmann.

Sanierung im Gaststättenbereich

Die vorgesehenen Sanierungsarbeiten betreffen nicht die Mauern der Ruine, sondern in erster Linie die Gaststätte (Sanitärbereich/Wasserversorgung und Küche), wobei Anpassungen an aktuelle Vorschriften nötig sind. Dies erfordert, so Hörrmann, einen „erheblichen Umbauaufwand“, wobei auch die Vorgaben des Denkmalschutzes zu beachten sind. Der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg erwartet einen sechsstelligen Kostenaufwand.

Ein weiteres Problem stellt die ebenfalls als unverzichtbar angesehene Sanierung der Zufahrtsstraße zur Yburg dar. Hier gibt es Unklarheiten bezüglich der Zuständigkeit für diese Arbeiten. Mit anderen Worten: Wer bezahlt die Straßenreparatur in Zeiten knapper werdender Etats? Die Zufahrtsstraße gilt nämlich rechtlich nur als Forststraße. Und die dafür eigentlich zuständige Landesforstverwaltung ist offensichtlich nicht begeistert von der Vorstellung, für eine Sanierung aufkommen zu müssen. Sie verweist darauf, dass für Forstzwecke hier gar keine asphaltierte Straße gebraucht werde.

Aber für den Betrieb einer Gaststätte, unterstreicht Michael Hörrmann, müsse durchaus ein Pkw-Verkehr bis zur Yburg möglich sein. „Denn sonst lohnt sich da eine Gaststätte nicht.“ Die Klärung der Frage, wer die Straßenreparatur bezahlt, wird also noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Hörrmann ist aber zuversichtlich, im Laufe des Jahres die Probleme geklärt zu haben, um das Ausschreibungsverfahren für die Verpachtung der Gaststätte neu zu starten. Und dann hoffe er, dass die Interessenten, sie sich beim ersten Anlauf gemeldet haben, am Ball bleiben.

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Erstellt:
22. Juni 2021, 10:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 23sec

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