Yburg soll ab Sommer 2023 wieder öffnen

Baden-Baden (nof) – Es ist eine Lösung in Sicht: Das Ministerium hat die Finanzierung für die Sanierung der Yburg hoch über Baden-Baden zugesichert. Eine Interimsbewirtung könnte möglich sein.

Geschlossen: Seit Sommer 2021 kann die Yburg nicht mehr betreten werden. Nun zeichnet sich eine Lösung ab. Foto: Bernhard Margull/Archiv

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Geschlossen: Seit Sommer 2021 kann die Yburg nicht mehr betreten werden. Nun zeichnet sich eine Lösung ab. Foto: Bernhard Margull/Archiv

Für die seit Mitte 2021 geschlossene Yburg zeichnet sich eine Lösung ab. Laut Oberbürgermeisterin Margret Mergen hat das Land dem zuständigen Landesbetrieb Vermögen und Bau nun 1,3 Millionen Euro – verteilt auf drei Jahre – bereitgestellt, um die notwendige Sanierung in Angriff nehmen zu können.
Damit sollen Dächer, die Küche des ebenfalls geschlossenen Gastronomiebetriebs sowie die sanitären Anlagen auf Vordermann gebracht werden, sagt die OB. Das bestätigt Sebastian Engelmann, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, im Ministerium für Finanzen Baden-Württemberg. „Für die Jahre 2022, 2023 und 2024 sind insgesamt rund 1,3 Millionen Euro für die Sanierung der Yburg vorgesehen. Im Haushaltsjahr 2022 rechnen wir mit einem Mittelabfluss in Höhe von 500.000 Euro“, so Engelmann.

„Die vorgesehenen Maßnahmen betreffen insbesondere die Sanierung des Daches, die Erneuerung der Küche und die Sanierung der sanitären Anlagen inklusive Leitungssysteme. Des Weiteren sind diverse Maßnahmen zur Verkehrssicherung geplant“, erklärt der Ministeriumssprecher. Laut ihm ist vorgesehen, die Yburg in mehreren Stufen zu sanieren: Im laufenden Jahr seien Maßnahmen zur Verkehrssicherung, Sanierung der Abwasseranlagen und der sanitären Anlagen vorgesehen. Im kommenden Jahr stehe dann die Sanierung des „Schweizer Hauses“ (Gaststätte und Pächterwohnung) auf der Agenda. „Planer und Handwerker werden nun gesucht“, berichtet Mergen im Gespräch mit dieser Zeitung von ihrem Gespräch mit einem Vertreter von Vermögen und Bau. Doch sei das in der momentanen Situation nicht ganz einfach.

Ein Imbisswagen „grundsätzlich denkbar“

Die von vielen gewünschte Interimsbewirtschaftung vor der Yburg – zum Beispiel über einen Imbisswagen – sei ab Jahresmitte zumindest „grundsätzlich denkbar“. Und zwar vor der Yburg im Bereich der Wendeplatte, verkündet Mergen die gute Nachricht. „Da muss sich nur noch jemand finden, der kurzfristig bereit ist“, sagt Mergen.

Ganz so euphorisch gibt sich das Finanzministerium noch nicht: „Ob eine Interimsbewirtung während der Sanierung möglich sein wird, kann ich Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Da sind noch eine Reihe von offenen Fragen zu klären“, antwortet Sebastian Engelmann auf eine entsprechende Frage.

An der Burg selber müsse die Wendeplatte noch genauer unter die Lupe genommen werden, sagt die OB. Dort bereite eine Stützmauer Kopfzerbrechen bezüglich ihrer Standfestigkeit. „Das wird untersucht.“ Eine Lösung könnte sein, diesen Parkbereich für Fahrzeuge zu sperren, erläutert Mergen. Eine Frage der Verkehrssicherheitspflicht habe sich hinsichtlich der Burgmauer ergeben, die vor unerlaubtem Besteigen geschützt werden solle. „Da können vielleicht Pflanzen davor gestellt werden.“

Geklärt sei auch, dass die Stadt Baden-Baden die Zufahrtsstraße, die sich im Besitz des Landesforstes befinde, „nicht in ihren Besitz übernehmen wird“, sagt Mergen: „Allerdings werden wir den Winterdienst übernehmen.“ Und die weitere Perspektive für die Gastronomie? „Ab Sommer 2023 soll nach den vorliegenden Informationen wieder eine langfristige Verpachtung möglich sein“, freut sich die OB über die Öffnungsperspektive.

Schließung hat für viel Kritik gesorgt

Die Schließung der bei vielen Wanderern und Ausflugsgästen beliebten Yburg im Sommer vergangenen Jahres hatte für viel Kritik gesorgt. Vor allem die Landtagsabgeordneten Hans-Peter Behrens (Grüne) und Tobias Wald (CDU) hatten sich immer wieder für eine Lösung in dieser Frage eingesetzt.

Wunsch der Stadtverwaltung und der Landtagsabgeordneten war es, für das laufende Jahr zumindest wieder eine Teilöffnung mit kleinem Bewirtungsangebot zu ermöglichen. Im Dezember hatte es ein Treffen mit Fachleuten vor Ort gegeben, um die Weichen zu stellen. Damals war zumindest bestätigt worden, dass „seitens des staatlichen Forsts ein Rückbau der Zufahrtsstraße hinauf zur Yburg inzwischen vom Tisch“ sei, teilte die Stadtverwaltung über das Treffen mit. Auch künftig solle die Yburg mit dem Auto erreichbar bleiben. Dies sei für die künftige Gaststättenverpachtung von großer Bedeutung. Mit der Suche nach neuen Betreibern wollte man frühzeitig beginnen, um sie in die Planung miteinbeziehen zu können. Die 1,7 Kilometer lange Zufahrt zur 520 Meter hoch gelegenen Yburg müsse allerdings „in fünf bis zehn Jahren“ grundsaniert werden.

Im Burghof selbst waren laut Vermögen und Bau 41 Sicherheitsmängel festgestellt worden, die unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes bereits abgearbeitet werden, hieß es Ende vergangenen Jahres. Vermögen und Bau sah die „verkehrssichernden Maßnahmen in vorderster Priorität“. Mit dem Vorliegen der Finanzierung kann nun die Modernisierung der Gaststätte angegangen werden.

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

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Erstellt:
29. April 2022, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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