Zeichen gegen Rassismus in Baden-Baden

Baden-Baden (BNN) – Schüler von vier Baden-Badener Schulen haben zum Tag gegen Rassismus Holztafeln auf dem Jesuitenplatz aufgestellt. Sie ziehen viele Blicke von Passanten auf sich.

Fällt auf: Die von den verschiedenen Schulen gestalteten Holztafeln sind am Jesuitenplatz zu sehen. Foto: Karoline Scharfe

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Fällt auf: Die von den verschiedenen Schulen gestalteten Holztafeln sind am Jesuitenplatz zu sehen. Foto: Karoline Scharfe

Eine schwarze, geballte Faust vor einer Regenbogenfahne, Handabdrücke kreuz und quer – das Dreieck aus Holztafeln auf dem Jesuitenplatz zieht die Blicke auf sich. Die bunten Motive fallen auf. Immer wieder bleiben Passanten stehen.

Um das Dreieck herum stehen mehrere Jugendliche. Eine Seniorin fragt sie im Vorbeigehen: „Was sind denn das für Bilder?“ Florian Gänßhirt, Schülersprecher des Markgraf-Ludwig-Gymnasiums (MLG), klärt sie auf: „Es geht um Vielfalt.“ Diversität liegt den Schülern am Herzen. Zum Tag gegen Rassismus stellen sie deshalb ein Kunstwerk aus. Seit Montagmorgen steht das dreieckige Konstrukt aus Holztafeln in der Innenstadt. Die Tafeln bleiben dort bis Mittwoch, 23. März.

Das Projekt stellen Schülersprecher Florian Gänßhirt und Liam Rademacher vor Lehrern und Mitgliedern der Bürgerstiftung vor. Auch die Integrationsbeauftragte der Stadt, Hanna Panther, ist gekommen. Sie hat den Kontakt zwischen Schülern und Stiftung hergestellt. Oberbürgermeisterin Margret Mergen fehlt. Sie schrieb aber einen Brief, den Rademacher laut vorliest.

Mit der Ausstellung wollen die Schüler Menschen in Baden-Baden dazu anregen, über Rassismus nachzudenken. Sie haben das Thema künstlerisch umgesetzt. Die Tafeln stehen in der Innenstadt, wo sie jeder sieht.

Immer wieder die Hand als Symbol

„Später kommen sie an die Schulen zurück“, sagt Gänßhirt. Die Bürgerstiftung Baden-Baden finanziert das Kunstwerk. „Wir haben sofort zugestimmt, als sich die Schüler bei uns meldeten“, sagt Sprecherin Ankica Rukavina.

Neben dem MLG haben Schüler des Pädagogiums, des Richard-Wagner-Gymnasiums (RWG) und der Klosterschule vom Heiligen Grab die Tafeln gestaltet. Ein zentrales Motiv in fast allen Bildern ist die menschliche Hand. „Hand in Hand“ steht in Großbuchstaben auf der RWG-Tafel – darunter kreuz und quer bunte Handabdrücke. Die stammen von den Klassensprechern. „Sie vertreten alle Schüler“, sagt Maja Hoferer, RWG-Schülersprecherin.

Schon im vergangenen Jahr beklebten Schüler des MLG und des Pädagogiums weiße Banner mit rund 500 Handabdrücken. Anschließend hängten sie ihre Werke an den Schulen auf. In diesem Jahr entschieden sich die Schüler des Pädagogiums wieder für die Abdrücke – in einer Bildecke druckten sie zehn ab. Daneben umrahmen zwei ineinandergreifende Hände eine Weltkugel.

Außerdem malten die jungen Künstler eine geballte Faust auf ihr Bild. Soziale Bewegungen nutzen die als Zeichen von Solidarität und Widerstand.

Die Klosterschüler malten eine geballte Faust auf ihre Tafel. „Wir wollen damit sagen, dass alle Menschen gleich sind“, sagt Schülersprecherin Johanna Ziegler. In englischer Sprache steht deshalb auf der Tafel: „Geburtsort: Erde, Rasse: Mensch, Politik: Freiheit, Religion: Liebe“. Als Hintergrund malten die Schüler eine Regenbogenfahne, das Symbol der Schwulen-Lesben-Bewegung.

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Ihr Autor

BNN-Volontärin Karoline Scharfe

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Erstellt:
21. März 2022, 17:53 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 29sec

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