Zeitpunkt für Sanierung der Festhalle bleibt offen

Iffezheim (mak) – Im Gemeindeentwicklungskonzept Iffezheim 2035 ist die Ortskernsanierung II verankert. Im BT-Interview erläutert Bürgermeister Christian Schmid die Entwicklung der Ortsmitte.

Blick von oben auf das Quartier hinter der Festhalle: Die rot umrandeten Gebäude sollen abgerissen werden. Foto: Willi Walter

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Blick von oben auf das Quartier hinter der Festhalle: Die rot umrandeten Gebäude sollen abgerissen werden. Foto: Willi Walter

BT: Herr Schmid, der Kernbereich der Sanierungsmaßnahme Ortskern II ist die Festhalle und deren Umfeld. Wann wird die Sanierung der Festhalle angegangen?
Christian Schmid: Ein genauer Zeitpunkt für die Sanierung der Festhalle kann noch nicht abgeschätzt werden. Die Maßnahme ist jedoch in der mittelfristigen Finanzplanung berücksichtigt. Der Förderzeitraum für die Ortskernsanierung II läuft noch bis 2024. Jedoch kann ein Förderzeitraum auch verlängert werden, ebenso besteht die Möglichkeit, eine Erhöhung der Fördermittel zu beantragen. Wir müssen unsere Großprojekte auch finanziell und personell stemmen können. Aktuell wird der Oertbühlring für 1,3 Millionen Euro saniert. Die fast abgeschlossene Renovierung der Grundschule hat knapp 2,4 Millionen Euro gekostet. Der Spatenstich für das Feuerwehrgerätehaus mit DRK-Depot soll im Herbst erfolgen. Und dann steht in unserem Masterplan auch noch die Sanierung des Kindergartens St. Martin. Vom Sanierungsstau her ist die Einrichtung vergleichbar mit der Festhalle. Man muss sich kommunalpolitisch die Frage stellen, was zuerst saniert wird.

BT: Wie geht es weiter mit dem Gasthaus „Sonne“?
Schmid: Ein weiterer maßgeblicher Aspekt der Ortskernsanierung II ist die Zukunft des Gasthauses „Sonne“. Die Verwaltung war schon vor Corona mit dem Eigentümer des Gasthauses in Kontakt und hat gemeinsam mit ihm erste Überlegungen angestellt. Doch dann kam die Corona-Pandemie, und seither haben wir nichts mehr gehört. Um das Gasthaus herum gibt es gemeindeeigene Flächen, die beispielsweise für eine großzügigere Außenbewirtschaftung verwendet werden könnten.

BT: Ist für das Quartier rund um die Festhalle, wo fünf Häuser und drei Scheunen für einen Abbruch vorgesehen sind, ein städtebaulicher Architekturwettbewerb vorgesehen?
Schmid: Im Zuge des Neubaus unseres Feuerwehrhauses mit DRK-Depot haben wir sehr gute Erfahrungen in Sachen Architekturwettbewerb gemacht. Daher würde sich ein derartiges Verfahren auch bei der Entwicklung des Quartiers grundsätzlich anbieten. Eine diesbezügliche Entscheidung hängt aber von gewissen Faktoren ab. Im Übrigen beinhaltet auch das Gemeindeentwicklungskonzept bereits gewisse städtebauliche Ziele.

BT: Sanierungswillige Hausbesitzer können im Rahmen der Ortskernsanierung Zuschüsse erhalten. Doch es gibt auch Baulücken, die das Erscheinungsbild trüben. Wie geht die Gemeinde damit um?
Schmid: Zum 1. Januar 2021 gab es rund 60 innerörtliche Baulücken. Der Bedarf nach Wohnraum ist nach wie vor riesig, in unserem Neubaugebiet „Nördlich der Hauptstraße“ gibt es nur noch wenige Bauplätze. Wir haben nun kein größeres Baugebiet mehr. Die Baulücken sind für die Entwicklung der Gemeinde aktuell nicht relevant, das könnte sich aber jederzeit ändern. Ich habe mich auch schon mit meinen Bürgermeister-Kollegen über dieses Thema ausgetauscht, aber wir können im Prinzip nur die Eigentümer ermuntern, ihre Grundstücke für eine Bebauung zu veräußern. Die Besitzer von Bauplätzen betrachten diese aber meist als Altersvorsorge oder wollen diese für ihre Enkel vorhalten.

BT: Die Städtische Entwicklungsgesellschaft empfiehlt eine aktive Bürgerbeteiligung. Wird das Gemeindeentwicklungskonzept, dessen Anfänge von 2014 stammen, erneut der Öffentlichkeit präsentiert?
Schmid: Im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzepts haben mehrere Workshops, eine Haushaltsbefragung sowie diverse Informationsveranstaltungen stattgefunden. Transparenz und Bürgerbeteiligung spielen für mich eine große Rolle und wir informieren unsere Bürger regelmäßig über verschiedenste Kanäle. Eine erneute Präsentation des Entwicklungskonzepts ist nicht angedacht.

Im Vorfeld der Sanierung der Festhalle werden wir aber nicht nur die Vorstellungen der Vereine abfragen, sondern auch die der Bürger. Für viele von ihnen ist unsere Festhalle eine Art Wohnzimmer. Wir müssen uns gut überlegen, was wir hier machen.

Christian Schmid vor der Alten Turnhalle, die bei einer Neuordnung abgerissen werden soll. Foto: Markus Koch

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Christian Schmid vor der Alten Turnhalle, die bei einer Neuordnung abgerissen werden soll. Foto: Markus Koch


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