Zeltival mit 40 internationalen Veranstaltungen

Karlsruhe (cl) – Das Zeltival läuft schon fast normal ab: Beim Sommerfestival im Karlsruher Tollhaus ab 24. Juni wird mit 40 Veranstaltungen geplant. Topfavorit ist Jazzsaxofonist Branford Marsalis.

In Sommerlaune: Die kapverdische Sängerin Mayra Andrade war bereits 2020 beim Zeltival angekündigt, jetzt tritt sie am 21. Juli im Karlsruher Tollhaus auf.  Foto: Tollhaus Karlsruhe

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In Sommerlaune: Die kapverdische Sängerin Mayra Andrade war bereits 2020 beim Zeltival angekündigt, jetzt tritt sie am 21. Juli im Karlsruher Tollhaus auf. Foto: Tollhaus Karlsruhe

Im vergangenen Corona-Sommer war das Festivalprogramm im Karlsruher Tollhaus noch auf zwei Wochen verkürzt und hieß „Lucky100 Sommerfestival“ – 100 stand für die Anzahl der Besucher. In diesem Jahr gibt es wieder volles Programm, und auch die Ränge sollten besser besetzt sein. „Oh wie schön wär’s Zeltival“, lautet das Motto, das sich sehnsüchtig aufs so lange ausgefallene Kulturprogramm einstimmt. Am 24. Juni startet das siebenwöchige Zeltival mit rund 40 Veranstaltungen.

„Auch wenn uns nach wie vor Corona mehr beschäftigt, als uns lieb sein kann, freuen wir uns riesig, dass wir wieder deutlich internationaler sein werden, als es im Vorjahr möglich war“, erklärte Bernd Belschner, geschäftsführender Vorstand, bei der Programmvorstellung des Sommerprogramms aus dem Kulturzentrum Tollhaus. „Dies ist ein wichtiges Signal für die Offenheit, die wir mit unserem Programm vermitteln wollen.“

Aber auch in diesem Jahr werde der bis 15. August laufende Spielplan wegen der gegenwärtigen Einschränkungen sicher nicht ganz mit einem regulären Festival vergleichbar sein. Dennoch haben sich Künstlerinnen und Künstler aus mindestens acht Ländern angekündigt. „Besonders toll finde ich, dass Künstler selbst aus den USA und Kuba wieder anreisen können“, so Belschner, dies habe er vor wenigen Wochen noch nicht für möglich gehalten. Der Starsaxofonist Branford Marsalis gibt am 15. Juli gleich zwei Konzerte, um der Nachfrage für dieses Jazz-Highlight gerecht zu werden. International besetzt ist auch das Ensemble rund um US-Trompeter Frank London, der am 9. Juli mit seinem Programm „Ghetto Songs“ einen musikalischen Höhepunkt zum Jahresthema „1700 Jahre Juden in Deutschland“ bieten will.

Vier Berliner Artisten sinnieren übers Älterwerden

Eine ganze Reihe an Programmpunkten hatte das Tollhaus-Team bereits für ein reguläres Zeltival im vergangenen Jahr geplant. „Angesichts der vielen nochmals und nochmals verschobenen Veranstaltungen und Tourneen freuen wir uns sehr, diese Veranstaltungen nun endlich anbieten zu können“, teilte Belschner mit. Dazu gehören Auftritte des Jazzmusikers und Entertainers Götz Alsmann, des Kabarettisten Erwin Pelzig, des kubanischen Pianisten Roberto Fonseca, der kapverdischen Sängerin Mayra Andrade oder auch des Zeltival-Dauergasts Shantel. Hubert von Goisern hat seine Tollhaus-Konzerttermine zwar ins Frühjahr 2022 verschoben, er tritt aber am 4. Juli bei einer Matinee in Karlsruhe auf und liest aus seinem Romandebüt „flüchtig“.

Als kleine Reminiszenz an das im Herbst 2020 verkürzte Atoll-Festival gibt es auch eine moderne Zirkus-Variante beim Zeltival. Mit „Ü53 – Wie lange können Sie das noch machen“ präsentieren vier Berliner Artisten (vom 2. bis 4. Juli) die Premiere ihrer Neuproduktion. Sie gehören nach Auskunft des Tollhauses zur Gründergeneration des Neuen Zirkus‘ und beschäftigen sich witzig-akrobatisch wie musikalisch mit dem Altern von Zirkusartistinnen und -artisten.

Trotz der gewohnten internationalen Seite richtet das Zeltival auch einen Fokus auf die Musikszene aus dem deutschsprachigen Raum: Der Züricher Dream-Popper Black Sea Dahu (1.7.) kommt, das Essener Quartett International Music pflegt mit seinem neuen Album „Ententraum“ einen ebenso experimentellen wie lustvollen Umgang mit Versatzstücken der Rockgeschichte und der deutschen Sprache. Auch das Kölner Indiepop-Trio Fortuna Ehrenfeld (28.7.) ist wieder dabei, ebenso wie Magdalena Ganter (7. 8.), die 2020 mit dem baden-württembergischen Kleinkunstpreis und jüngst mit dem Großen Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde. Zu diesen eher jüngeren Neuentdeckungen gesellen sich etablierte Größen wie das Trio des Jazz-Schlagzeugers Wolfgang Haffner (24.7.) und die Band seines Trompete spielenden Kollegen Nils Wülker (12.8.), das Hamburger Kaiser Quartett (10.7.), die Deutschrocklegende Kraan (8.7.) sowie der Singer/Songwriter Pohlmann (5.8.).

Mit der sonntäglichen Reihe „Musical Gardening“ treten überdies (bei freiem Eintritt) lokale Musikerinnen und Musiker im Tollhaus-Garten auf.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Christiane Lenhardt

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Erstellt:
18. Juni 2021, 16:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 50sec

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