Ziegenfreunde wollen Heuhüttental „reaktivieren“

Forbach (kos) – Der Verein Ziegenfreunde Bermersbach plant, insgesamt 45 Heuhütten im Sersbachtal entweder zu sanieren oder neu zu bauen.

Malerisch in die Landschaft eingebettet: Die Schindelhütte der Ziegenfreunde Bermersbach. Foto: Henrik Morlock

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Malerisch in die Landschaft eingebettet: Die Schindelhütte der Ziegenfreunde Bermersbach. Foto: Henrik Morlock

Da sich aber 14 Heuhütten auf Flächen befinden, die der Gemeinde Forbach gehören, braucht der Ziegenverein vorab die Genehmigung des Gemeinderats, um die betroffenen Grundstücke nutzen zu können.

Vereinsmitglied Franz Merkel warb in der Sitzung am vergangenen Dienstag um kommunalpolitische Unterstützung des Vorhabens: „Man verbindet Forbach mit den Heuhütten. Aber man hat den Eindruck, um die Heuhütten kümmert sich niemand“, begründete er den Antrag. Als Kulturdenkmäler des Schwarzwalds mit einer rund 300-jährigen Tradition wolle der Ziegenverein „ein markantes Heuhüttental reaktivieren“, sagte Merkel. Ein Großteil der Hütten würden entlang des sogenannten Ziegenpfads liegen.

Leader-Mittel für 30 Hütten beantragt

Durch eine zusätzliche Beschilderung, die über die Geschichte und Tradition der Hütten informiert, könne zudem ein neuer Themenwanderweg entstehen, betonte Merkel. Dadurch könne „ein Pilotprojekt für Forbach und das ganze Murgtal“ umgesetzt werden, appellierte Merkel an das Gremium, das Anliegen zu unterstützen.

Für 30 der 45 Heuhütten hat der Verein bereits zum 1. April beim Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe einen Antrag auf Leader-Mittel gestellt. Sollten diese bewilligt werden, übernimmt das RP 75 Prozent der angesetzten Kosten. Für 30 Heuhütten sind das 122.406 Euro.

Die Ziegenfreunde müssten in dem Fall einen Eigenanteil von 40.802 Euro selbst stemmen. Dieser Betrag kann laut Merkel durch Spenden refinanziert werden, sodass auf den Verein keine allzu große finanzielle Belastung zukommen werde, erklärte er.

„Tolles Programm und Kompliment“

Dass die Entscheidung des Gemeinderats, dem Verein das Arbeiten auf Gemeindegrund zu erlauben, nur eine Formsache zu sein schien, zeigten die durchweg positiven Reaktionen des Gremiums: „Tolles Programm und Kompliment. Ich hoffe, dass es gelingt“, gab etwa Frank Meyer (CDU) sein Einvernehmen. Ebenso freuten sich die Grünen über die Aussicht auf neue Heuhütten quasi zum Nulltarif: „Die Gemeinde kriegt neue Heuhütten geschenkt“, betonte Hubert Reif und fügte an, „wir finden das Projekt gut.“ Dass auf die Gemeinde dadurch nahezu keine Kosten zukommen, stieß auf Erleichterung bei Bürgermeisterin Katrin Buhrke, denn: „Wir haben nicht so viel.“ Das Votum fiel fraktionsübergreifend einstimmig aus. Nur Hans-Jörg Wiederrecht (FWG) war als Vorsitzender der Ziegenfreunde befangen und nahm im Publikum Platz.


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