Ziel: Selbstbewusst durchs Leben gehen

Baden-Baden/Murgtal (BT) – Menschen mit Behinderung haben einen Kurs „Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstverteidigung“ in der Sportschule Steinbach absolviert.

Pascal Rogler (rechts) lernt in dem Kurs erste Kenntnisse für die Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstverteidigung. Foto: Lebenshilfe Rastatt-Murgtal

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Pascal Rogler (rechts) lernt in dem Kurs erste Kenntnisse für die Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstverteidigung. Foto: Lebenshilfe Rastatt-Murgtal

Der Kurs fand im Rahmen der Zukunftskampagne „Sport vereint“ erstmals für Menschen mit geistiger Behinderung statt. Elf Teilnehmer aus Nord- und Südbaden nahmen an dem Kurs teil, darunter auch zwei Jugendliche ihrer Einrichtung, berichtet die Lebenshilfe Rastatt/Murgtal.

Ausgerichtet wurde das Pilotprojekt vom Badischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband (BBS). Ziel der Veranstaltung war es, das selbstbewusste Auftreten und die Persönlichkeit jedes einzelnen Teilnehmers zu stärken.

„Ich möchte mein Selbstbewusstsein verbessern und mich wehren können“, so die Meinung aller Teilnehmenden. In der Vorstellungsrunde berichteten einige der Kursteilnehmer von ihren schlechten Erfahrungen in Verbindung mit Gewalt.

„Grenzen setzen ist absolut wichtig“

Im theoretischen Teil der Fortbildung ging die Sport-Inklusionsmanagerin und Referentin Kim Früh auf die Bedeutung des Begriffs Selbstbehauptung ein. Anschaulich sensibilisierte sie die sechs Teilnehmerinnen und fünf Teilnehmer für das Thema Grundrechte, die jeder Mensch hat, verbunden mit dem Recht, Nein zu sagen und persönliche Grenzen zu ziehen.

Anschließend ging die Referentin auf Formen von körperlicher und seelischer Gewalt ein. „Grenzen setzen ist absolut wichtig und kann potenzielle Täter sowohl von körperlicher als auch von seelischer Gewalt abhalten. Ein selbstbewusstes Auftreten dient der Prävention und ist oft die beste Selbstverteidigung“, so Kim Früh. Die Teilnehmer lernten in diesem Modul, die eigenen Stärken und Kompetenzen wertzuschätzen und auf sich selbst stolz zu sein, nach dem Motto: „Finde dich gut, sei stolz auf dich und vertraue auf dich – du bist selbst-bewusst!“

Erste Schläge auf Patzen und Polster

Vor dem praktischen Teil der Fortbildung besprach Kim Früh mit den Gruppenmitgliedern in einfacher Sprache zunächst die Regeln, die während des Trainings einzuhalten sind. Die Judoka Dagmar Schulmeister und Ralph Rösler vom TV Friedrichstal vermittelten anschließend die Grundlagen für sicheres Stehen und Auftreten, danach ging es um die Schulung der Stimme, denn auch mit der Stimme lässt sich Selbstsicherheit ausstrahlen.

Mit ernster Mimik und deutlicher Gestik Aggressoren Einhalt zu gebieten und klare Grenzen zu setzen, stand ebenso auf dem Programm, wie leichte Selbstverteidigungstechniken. Zum Abschluss waren die Teilnehmer in der Lage, sich aus einer Körperumklammerung zu lösen und Schläge auf Pratzen und Polster zu trainieren. Der Höhepunkt des Tages war der Auftritt von Mesut Akyildiz vom Budo-Kai Bühlertal (1. DAN Karate), der in einem Ganzkörper-Schutzanzug einen „potenziellen Angreifer“ simulierte. Er wurde von der Gruppe mit den erlernten Techniken erfolgreich in die Flucht geschlagen.

Den beiden Teilnehmern von der Lebenshilfe Rastatt/Murgtal habe die Fortbildung viel gegeben. „Mir hat es sehr gut gefallen“, sagt Jonas Huber begeistert. Und Pascal Rogler ergänzt: „Am besten waren die Übungen, bei denen wir gelernt haben, uns mit Schlagen und Treten zu verteidigen.“


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