Ziel: Weniger Lärm an der Talsperre

Forbach –Die Gemeinde Forbach ist derzeit nicht an der „Initiative Motorradlärm“ beteiligt. Allerdings: Sie könne sich vorstellen, dass das Thema im Gemeinderat noch einmal beraten werde, sagte Hauptamtsleiterin Margit Karcher auf BT-Anfrage.

Blitzendes Chrom – und Lärmquelle. Foto: Oliver Berg/dpa

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Blitzendes Chrom – und Lärmquelle. Foto: Oliver Berg/dpa

Der Gemeinderat hatte es auch abgelehnt, sich an der Initiative „Silent Rider“ zu beteiligen (das BT berichtete). Zu wenig konkret sei die Aktion, hieß es im November.

Lärmende Motorradfahrer sollten nach Ansicht von Verkehrsminister Winfried Hermann deutlich höhere Strafen für manipulierte Maschinen zahlen müssen. Der Lärmschutzbeauftragte Thomas Marwein (beide Grüne) kann sich sogar eine Verzehnfachung der derzeitigen Summe vorstellen.
Bei der „Initiative Motorradlärm“ fordern mehr als 80 Kommunen und Landkreise aus dem ganzen Südwesten unter anderem geänderte Zulassungsregelungen und drastischere Strafen für Manipulationen an Motoren. Minister Hermann will versuchen, eine Bundesratsinitiative dazu vor der Sommerpause in die Länderkammer einzubringen.

Geschwindigkeitsdisplay als „mahnender Zeigefinger“

Motorradlärm ist auch in der Murgtalgemeinde ein wichtiges Thema. Schwarzenbachtalsperre und Herrenwies sind wegen ihrer Lage stark belastet, denn die Talsperre ist als Bikertreff beliebt. In der Saison 2019 gab es einige Veränderungen im Forbacher Ortsteil. So wurde ein Geschwindigkeitsdisplay als „mahnender Zeigefinger“ angeschafft und dafür rund 2500 Euro investiert. Seit Jahren bemüht sich die Verwaltung nach eigenen Angaben beim Land als Straßenbaulastträger um bauliche Veränderungen, die Geschwindigkeit und Lärm reduzieren. Ein Hauptanliegen ist die Veränderung der Kreuzung in Herrenwies: Die Fahrbahnbreite soll reduziert werden.

Das Lärmproblem dürfte noch größer werden, die Zahl der zugelassenen Motorräder steigt an. Das Statistische Landesamts verzeichnet 2018 gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme um zehn Prozent. Mittlerweile düsen fast 700000 von ihnen über die Straßen im Südwesten – und darunter befinden sich viele „schwarze Schafe“. Das Umweltbundesamt und der BUND gehen davon aus, dass etwa jeder dritte Motorradfahrer zu laut ist.

Beliebt bei diesen Motorradfahrern sind elektronisch steuerbare Klappenauspuffanlagen, mit denen der „Sound“ im Handumdrehen geändert werden kann. Die „Lärmhotspots“ sind allerdings kein baden-württembergisches Phänomen: Die Vereinigten Arbeitskreise gegen Motorradlärm (VAGM) listen mehr als 100 Regionen auf, in denen Motorradlärm zur Bildung von Bürgerinitiativen geführt hat.

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Erstellt:
27. Februar 2020, 06:30 Uhr
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