Zu wenig Ü3-Plätze in Baden-Baden

Baden-Baden (hez) – Trotz vieler Investitionen im Kindergartenbereich gibt es in Baden-Baden immer noch Engpässe.

Auch die neue Kita im Keltenweg reicht nicht, um den Bedarf an Kindergartenplätzen zu decken. Foto: Rese-Video

© rese

Auch die neue Kita im Keltenweg reicht nicht, um den Bedarf an Kindergartenplätzen zu decken. Foto: Rese-Video

In der Kurstadt fehlen in Kindergärten zahlreiche Betreuungsplätze für Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt. Dies geht aus den neuesten Zahlen der Bedarfsplanung hervor, die den Jugendhilfeausschuss beschäftigen werden.

Viel Geld hat die Stadt in den vergangenen Jahren ausgegeben, um dem Bedarf bei der Kinderbetreuung einigermaßen gerecht zu werden. So wurde im Mai die neue Kita im Keltenweg eröffnet, die rund 4,3 Millionen Euro kostete und Platz für 64 Kinder bietet. Im September folgte dann die Kindertagesstätte auf dem Campusgelände in der Cité mit 50 Plätzen und Kosten von 2,35 Millionen Euro.

Neue Berechnungen zeigen Bedarf auf

Nun wurden im Rahmen der städtischen Jugendhilfeplanung neue Berechnungen angestellt, die zeigen, dass aufgrund eines Bedarfsanstiegs weitere Maßnahmen im Rahmen der Kindertagesbetreuung erforderlich sind.

Dies betrifft in erster Linie den Ü3-Bereich. Bei der Altersgruppe von drei Jahren bis zum Schuleintritt ist an der Oos eine deutliche Zunahme zu verzeichnen. Dies liegt daran, dass Kinder aus geburtenstarken Jahrgängen dieses Alter erreichen und auch zahlreiche Eltern mit Kindern aus jener Altersgruppe nach Baden-Baden ziehen.

So kann die Kurstadt für diese Kinder lediglich eine Betreuungsquote von knapp 90 Prozent gewährleisten. Um allen Kindern der Altersgruppe einen Platz bis zum Schuleintritt anbieten zu können, fehlen nach einer Berechnung der Verwaltung etwa 160 Betreuungsplätze.

Ausbau der Betreuungsplätze

Angesichts dieses Engpasses befindet sich die Verwaltung in Gesprächen mit dem Träger einer Kindertageseinrichtung. Dabei geht es um eine mögliche Erweiterung dieser Kita um zwei Gruppen mit jeweils 15 Plätzen.

Um welche Einrichtung es sich dabei handelt, will die Verwaltung noch nicht bekannt geben, da noch Abstimmungsprozesse in den Gremien des Trägers stattfinden müssen. Man hofft aber, die geplanten Ausbaumaßnahmen im Frühjahr 2021 dem Jugendhilfeausschuss vorzustellen. In Betrieb genommen werden könnten die beiden neuen Gruppen dann im Jahr 2022/2023.

Ebenso gibt es Vorplanungen, zur weiteren Abdeckung des Betreuungsbedarfs in Baden-Baden eine weitere Naturgruppe ins Leben zu rufen. Dazu wäre ein Neubau erforderlich. Solche Naturgruppen, so stellt die Verwaltung fest, seien besonders für Kinder in der Altersgruppe von drei Jahren bis zum Schuleintritt geeignet. Auf diese Weise könnte man weitere 20 Plätze schaffen.

Situation bei Kleinkindern weniger angespannt

Bei den Kleinkindern unter drei Jahren ist die Situation nicht so angespannt, denn da bleiben die Zahlen auch weiterhin konstant auf einem hohen Niveau. Die aktuelle Betreuungsquote von 36,2 Prozent liegt im Bereich des in Baden-Baden gefragten Bedarfs. Betrachtet man allerdings die landesweite Entwicklung, so zeigt sich da, dass die Familien eine höhere Inanspruchnahme der Kleinkindbetreuung wünschen – in einer Größenordnung von 40 Prozent.

In Baden-Baden sieht die Verwaltung allerdings momentan keinen U3-Ausbaubedarf. Allerdings müsse man, so heißt es im Bericht für die gemeinderätlichen Gremien, die Nachfrageentwicklung weiter beobachten.

Zum Artikel

Erstellt:
19. Oktober 2020, 21:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 25sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.