Zuckerle für die Ziegen am Klingelbrunnen

Gernsbach (stj) – Die Landschaftspfleger um Timo und Michael Görtler sammeln in Obertsrot Weihnachtsbäume ein. Mit der Aktion wollen sie auch einen Fangstand für ihre Ziegen finanzieren.

Tannenbäume sind für Ziegen wie Karotten ein kleines Zuckerle, das ihnen die kalte Jahreszeit ein wenig versüßt. Foto: Michael Görtler

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Tannenbäume sind für Ziegen wie Karotten ein kleines Zuckerle, das ihnen die kalte Jahreszeit ein wenig versüßt. Foto: Michael Görtler

Sind die Festtage vorbei, stellt sich für viele die Frage: Wohin mit dem nadelnden Tannenbaum? Fast überall im Land gibt es normalerweise Vereine oder Freiwillige Feuerwehren, die in ihrem Dorf, ihrem Stadtteil oder ihrer Gemeinde die ausgedienten Weihnachtsbäume ehrenamtlich und unentgeltlich einsammeln. Mehr als eine kleine Spende für die Vereinskasse ist in der Regel nicht nötig, um diesen bequemen Service in Anspruch zu nehmen. Doch in Corona-Zeiten ist auch das vielerorts nicht möglich. Anders in Obertsrot, wo das Team des Stalls am Klingelbrunnen am Samstag im Dorf unterwegs war.

„Wir hatten uns überlegt, wie wir an einige ausgediente Weihnachtsbäume kommen, um sie an die Ziegen zu verfüttern“, erläutern die Initiatoren Timo und Michael Görtler: „Denn Tannenbäume sind für die Ziegen wie Karotten ein kleines Zuckerle, welches ihnen die kalte Jahreszeit versüßt, wenn sie sich nicht gerade um die Landschaftspflege kümmern.“

Die Bäume, die am Samstagvormittag kontaktlos eingesammelt wurden, sollten am besten nicht vollkommen ausgedorrt sein, sondern noch ein einigermaßen saftiges Leckerli für die Tiere darstellen. Auch für die Umwelt sollte die Aktion etwas bringen, damit nicht jeder seinen Weihnachtsbaum zum Grünschnittsammelplatz fahren muss und unnötig Benzin vergeudet, erklären die Görtlers weiter.

Spenden für Erwerb eines Fangstands

Um die Corona-Bestimmungen auf jeden Fall einhalten zu können, haben die Landschaftspfleger zwei Teams gebildet, die allesamt stets Mund-Nasenbedeckung getragen haben. Wie bei der routinemäßigen Müllabfuhr sei es zu keinem Kontakt zu den Bewohnern der Obertsroter Haushalte gekommen. Insgesamt habe man ein vorbildliches Verhalten aller Beteiligten feststellen können: Der Kontakt im Vorfeld lief komplett über soziale Medien; so haben die Interessierten den Landschaftspflegern signalisiert, dass sie ihren Baum zur Verfügung und rechtzeitig am frühen Morgen vor die Haustür stellen.

Von einigen sei auch eine kleine Geldspende am vereinbarten Platz hinterlegt worden, um die Landschaftspflege zusätzlich zu unterstützen, freuen sich die Görtlers und versichern im Gespräch mit dem BT: „Nicht nur die Weihnachtsbäume, sondern auch die Geldspenden werden komplett für die Tiere verwendet. Wir möchten einen Fangstand erwerben, um die Klauenpflege, die Entwurmung beziehungsweise die Pflege der Tiere insgesamt zu erleichtern.“

Im Rahmen der Aktion sind 40 Weihnachtsbäume in Obertsrot abgeholt worden. Sie wurden alle von den zwei fleißigen Helferinnen nach Lametta, Befestigungsmaterial für Weihnachtskugeln und so weiter abgesucht. „Es wurden fast keine Kleinteile gefunden, was für die Haushalte spricht, die was Gutes für die Tiere tun wollten“, betonen die Beteiligten in ihrer Bilanz. Das Team „Stall am Klingelbrunnen“ habe sich sehr über die Resonanz gefreut und bedankt sich bei den Obertsroter Bürgern.

„Wir wären im nächsten Jahr wieder dabei“, blicken die Landschaftspfleger auf die nächste Nach-Weihnachtszeit voraus, die dann hoffentlich wieder ohne Corona-Beschränkungen vonstatten gehen – der Bedarf, Weihnachtsbäume einzusammeln, ist aber sicher auch 2022 wieder gegeben.

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Erstellt:
11. Januar 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 27sec

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