Zufriedene Kunden und Einzelhändler in Baden-Baden

Baden-Baden (sre) – Gut gelaunt waren am Montag Kunden und Einzelhändler in Baden-Baden: Die dortige Öffnung der Geschäfte verlief reibungslos.

Durchaus nicht überfüllt ist die Fußgängerzone. Die meisten Besucher sind diszipliniert, viele tragen selbst im Außenbereich Masken. Foto: Sarah Reith

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Durchaus nicht überfüllt ist die Fußgängerzone. Die meisten Besucher sind diszipliniert, viele tragen selbst im Außenbereich Masken. Foto: Sarah Reith

Erleichterte Einzelhändler, strahlender Sonnenschein und Kunden, die zum Teil weite Anfahrten hinter sich hatten: Nicht überfüllt, aber gut besucht waren am ersten Öffnungstag nach dem Lockdown die Geschäfte in der Baden-Badener Innenstadt und in der Shopping Cité.

Schon am Vormittag waren die Parkdecks der Shopping Cité recht gut gefüllt. Auffallend war dabei die enorme Vielfalt an Auto-Kennzeichen. Zwar waren die Kunden aus Baden-Baden und dem Landkreis Rastatt demnach am häufigsten vertreten, aber sie waren nicht die Einzigen, die das Einkaufszentrum frequentierten. Neben mehreren Fahrzeugen aus Karlsruhe und Offenburg fanden sich vereinzelt auch Autos aus Frankreich und der Schweiz sowie aus der gesamten Bundesrepublik: Köln, Flensburg, Waldshut, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, München, Berlin und Aalen waren ebenso vertreten wie zum Beispiel Mannheim, Germersheim oder Speyer. Ob nun kurzer Zwischenstopp auf der Durchreise oder gezielter Einkaufsbummel: Viele nutzten die Gelegenheit, lang vermisste Waren zu erstehen.

„Die Leute wollen offener und freier einkaufen“, meinte Center-Manager Jürgen Ehlen mit Blick auf die zahlreichen Besucher unter anderem aus Bühl und dem Landkreis. Es sei bei vielen eine große Sehnsucht vorhanden, „mal wieder unter Leute zu kommen, etwas anderes zu sehen“. Die Menschen seien aber sehr diszipliniert und hielten sich an alle Regeln. Die Öffnung wertete Ehlen als positives Signal für die Ladengeschäfte, trotz des „Damoklesschwerts“, dass im Falle einer Zunahme der Inzidenzwerte schon bald wieder Schluss sein könnte.

Nicole Szommer (links) ist mit Enkelin und Töchtern in der Shopping Cité unterwegs. Foto: Sarah Reith

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Nicole Szommer (links) ist mit Enkelin und Töchtern in der Shopping Cité unterwegs. Foto: Sarah Reith

Viele Besucher im Einkaufszentrum schlenderten mit prall gefüllten Tüten von Geschäft zu Geschäft. Nicht in jedem Laden war es allerdings gelungen, rechtzeitig alles vorzubereiten – war doch erst am Sonntag endgültig klar geworden, dass es klappen würde mit der Öffnung. In manchen Geschäften wurden parallel zum Verkauf Waren einsortiert, andere waren noch ganz zu und kündigten in den Fenstern eine Öffnung am Dienstag an.

Sehr gut besucht war unter anderem die C&A-Filiale. Es hätten schon vor Ladenöffnung Menschen Schlange gestanden, berichtete Filialleiter Patrick Zettel, der am Eingang die Kunden zählte. 80 auf einmal durfte er einlassen – und meist war dieses Limit auch erreicht. Menschentrauben bildeten sich vor allem in der Kinderabteilung, beobachtete Zettel. Kein Wunder: Schließlich wuchsen die Kleinen auch im Lockdown weiter.

„Eigentlich nur für die Kinder“ eingekauft hatte denn auch Stephanie Schwantes, die mit ihrer Schwester Janina Szommer, Mutter Nicole Szommer und Nichte Katelin aus Rastatt in die Cité gekommen war. Ballons für den Geburtstag der Cousine mussten natürlich auch sein und ein Eis für Katelin, die geduldig im Kinderwagen saß. „Es wird Zeit, dass ein bisschen Normalität zurückkommt“, freute sich Nicole Szommer.

Olga und Thomas Paetzold genießen den Bummel durch die Innenstadt. Foto: Sarah Reith

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Olga und Thomas Paetzold genießen den Bummel durch die Innenstadt. Foto: Sarah Reith

Ganz ähnlich sah es auch Thomas Paetzold aus Bühl, der mit seiner Frau Olga in der Innenstadt unterwegs war und auch auf eine Öffnung der Gastronomie hofft. Die beiden hatten das Auto in die Werkstatt gebracht und nutzten die Wartezeit zum Einkaufen. Dass der riesige Ansturm ausgeblieben war, überraschte sie: „Wir hätten erwartet, dass mehr los ist“, sagte Thomas Paetzold.

In den Geschäften in der Innenstadt zeigte man sich trotzdem zufrieden. „Wir sind froh, dass wir aufhaben dürfen“, sagte zum Beispiel Michael Gieser, Geschäftsführer von Gero Mure. In seine Schuhgeschäfte seien am ersten Tag ausschließlich Stammkunden gekommen, viele seien noch vorsichtig.

„Ich bin so glücklich, hier zu sein“, betonte auch Doris Mett-Trefz, die bei den „Schwarzwaldmädels“ in der Kreuzstraße aushalf. Auch sie hatte „gut zu tun“, wie sie lächelnd berichtete. Barbara Helder-Ramin, Geschäftsführerin im „Wohlfühlladen“ am Augustaplatz, empfing ebenfalls begeistert ihre Kunden. Endlich könne man wieder alle Bereiche des Ladens öffnen, statt nur Kosmetik und Lebensmittel, freute sie sich. Die vergangenen Monate habe man nur überbrücken können, weil Zulieferer und der Vermieter spätere Zahlungen akzeptiert hätten. Doch nun gehe man positiv voran: „Es ist, als ob ein Stein vom Herzen gefallen wäre.“

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Erstellt:
8. März 2021, 19:00 Uhr
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