Zufriedenstellendes Comeback für Grenke

Baden-Baden/Frankfurt (vo) – Die Aktie des Baden-Badener Finanzdienstleisters Grenke ist seit Montag wieder im S-DAX vertreten. Der erste Tag schließt mit einem Plus von 1,1 Prozent.

Der Baden-Badener Leasingspezialist Grenke ist zurück im S-DAX. Foto: Uli Deck/dpa

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Der Baden-Badener Leasingspezialist Grenke ist zurück im S-DAX. Foto: Uli Deck/dpa

Das Comeback verlief weitgehend zufriedenstellend: Seit gestern wird die Aktie die Baden-Badener Finanzdienstleisters Grenke AG wieder im S-DAX der Deutschen Börse gehandelt. Am ersten Tag ging es nach anfänglichen Verlusten um knapp 1,1 Prozent auf 36,14 Euro nach oben. Bereits am vergangenen Freitag hatte das Papier im Vorfeld deutlichen Aufwind und um knapp 2,4 Prozent zugelegt.

Grenke war Anfang Mai aus dem Kleinwerteindex geflogen, weil der Jahresabschluss 2020 gemäß der Börsen-Regularien nicht rechtzeitig vorgelegt werden konnte. Inzwischen hat das Unternehmen das erforderliche Testat der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG erhalten, sodass es wieder in den S-DAX aufrücken konnte.

Grenke im Mittelfeld

Dort sortiert sich Grenke mit einer Marktkapitalisierung von rund 1,66 Milliarden Euro im Mittelfeld ein. Nummer eins ist die Fondsgesellschaft DWS Group mit rund 7,8 Milliarden Euro. Weitere illustre Mitglieder im S-DAX sind die Baumarktkette Hornbach, der Brillenhersteller Fielmann sowie die Schaeffler-Gruppe. Der vor 21 Jahren eingeführte Small-Cap-Index umfasst insgesamt 70 Werte, die aufgrund ihres Handelsvolumens an der Börse sowie ihrer Marktkapitalisierung unterhalb des Deutschen Aktienindex (DAX) und des M-DAX der mittelgroßen Unternehmen liegen. Seit der Basisnotierung von 1.000 Punkten – zurückgehend auf das Jahr 1987 – hat sich sein Wert etwa versechzehnfacht.

2020 muss Grenke-Aktie M-DAX verlassen

Eine ähnlich gute Performance legte über viele Jahre hinweg auch die Grenke-Aktie hin. Gestartet am 4. April 2000 mit einem Kurs von 6,33 Euro stieg sie in der Spitze auf 106,50 Euro – das war ein Plus von mehr als 1.500 Prozent. Im Jahr 2017 gab es wegen der rasanten Entwicklung sogar einen Aktiensplitt im Verhältnis 1:3, um das Papier für Anleger optisch wieder billiger und damit attraktiver zu machen. Mit dem Absturz um nahezu 60 Prozent infolge des Shortsteller-Angriffs und Vorwürfen der Manipulation und des Betrugs des britischen Leerverkäufers Fraser Perring im September 2020 verlor die Aktie jedoch erheblich an Wert. Sie musste den M-DAX, in den sie zuvor aufgerückt war, wieder verlassen. Weil sich seither die Anleger aufgrund der anhaltenden Turbulenzen im Unternehmen bis hinauf in die Führungsetage eher zurückhaltend zeigen, dümpelt das Papier seit Monaten bei Kursen zwischen 30 und 40 Euro. Auch sind nach wie vor Leerverkäufe der Aktie zu beobachten, weil Investoren auf fallende Kurse setzen. Allerdings: Anleger, die von Anfang an dabei sind, können sich nach wie vor über einen Kursgewinn von mehr als 460 Prozent freuen.


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