Zukunftssorgen um Kammermusik im Kirchl

Gernsbach (ans) – Die Förderung der Baden-Württemberg-Stiftung läuft bald aus. Jetzt hofft das Vorstandsteam des Vereins „Kultur im Kirchl“ auf Unterstützung durch Sponsoren.

Eckehard A. Hilf, Jutta Mast (links) und Bettina Beigelbeck (rechts) möchten die Konzertreihe fortsetzen. Foto: Anna Strobel

© ans

Eckehard A. Hilf, Jutta Mast (links) und Bettina Beigelbeck (rechts) möchten die Konzertreihe fortsetzen. Foto: Anna Strobel

Die Veranstalter der Kammermusikreihe im Kirchl in Obertsrot plagen große Zukunftssorgen. 2019 habe man die Zusage der Baden-Württemberg-Stiftung und somit Fördergelder erhalten. Mit dem Zuschuss sollen Projekte finanziert werden, um diese zu etablieren. Doch die kommende Saison ist die letzte, die mit Landesmitteln gestemmt werden kann.

Im November vor zwei Jahren habe man das erste Konzert der Reihe im Kirchl aufgeführt. „Ein toller Start“, wie die musikalische Leiterin, Bettina Beigelbeck, sagt. Die beiden ersten Veranstaltungen, ein Hornquartett und ein Streichquartett, seien ausverkauft gewesen. „Wir waren beflügelt von den Erfolgen“, schildert sie – doch dann begann die Pandemie und bremste die Veranstalter aus.

„Wir haben kein Konzert abgesagt, sondern alle Termine in den Sommer verschoben“, blickt Beigelbeck zurück. Den größten Teil der Gelder habe man für die Aufführungen ausgegeben, aber die „nachhaltige Wirkung“, so die musikalische Leiterin, sei aufgrund der Pandemie ausgeblieben. „Das Klassikpublikum ist älter und war daher sehr zurückhaltend“, begründet sie.

Teilhabe am kulturellen Leben ermöglichen

Zwar habe die Stiftung eine Verschiebung der Förderperiode angeboten, doch man habe die bereits gebuchten Künstler „nicht hängen lassen“ wollen. Zudem möchte das Vorstandsteam des Vereins „Kultur im Kirchl“ aus Überzeugung nicht auf die 2G-Option zurückgreifen. „Kultur ist für alle da. Jemand, der eine Impfung ablehnt, muss trotzdem teilhaben können“, sind sich Beigelbeck, die zweite Vorsitzende Jutta Mast und Pressewart Eckehard Hilf einig.

Mit rund 20.000 Euro beziffern sie die Höhe der benötigten Summe pro Jahr, um die Reihe auch nach 2022 fortsetzen zu können. Da der Verein die Kammermusik-Konzerte nach der nächsten Saison selbst finanzieren muss, bemühen sich die Mitglieder nun um entsprechende Sponsorengelder: „Wir zählen da auf die Unternehmen im Tal“, so die musikalische Leiterin. Wer den Verein finanziell unterstützen möchte, der könne Fördermitglied werden oder ein Abonnement kaufen. Auch Einmalspenden, die für ein bestimmtes Konzert verwendet werden könnten, seien hilfreich und willkommen.

Beigelbeck, Mast und Hilf sind überzeugt davon, dass die Veranstaltungen im Kirchl einen großen Stellenwert für die Murgtäler Bevölkerung hat. „Es ist ein kleiner, feiner Aufführungsort, der Klassik im kleinen Rahmen ermöglicht“, meint Hilf. „Die Künstler erzählen, dass das Publikum hier besonders interessiert ist. Und die Gäste berichten, dass die Künstler durch die räumliche Intimität sehr nahbar wirken“, ergänzt Mast.

„Sollte das aktuelle Programm nicht das Letzte sein, gibt es viele tolle Möglichkeiten, weiterzumachen“, so Beigelbeck. „Wir wollen das wirklich fortführen“, bekräftigt die musikalische Leiterin. Sie setzt auf Solidarität und ist sich sicher: „Es gibt Hoffnung.“

Ihr Autor

BT-Volontärin Anna Strobel

Zum Artikel

Erstellt:
2. November 2021, 16:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 18sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.