Zuschuss für Ottenauer Kunstrasenplatz

Gaggenau (tom) – Die Sportvereinigung Ottenau bekommt von der Stadt einen Zuschuss von rund 85.600 Euro für den Umbau des Murgstadions. Die SVO will dort einen Kunstrasenplatz bauen.

Für das neue Kunstrasenfeld (rechts) wird der bisherige Rasenplatz nach links verschoben. Foto: Veronika Gareus-Kugel

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Für das neue Kunstrasenfeld (rechts) wird der bisherige Rasenplatz nach links verschoben. Foto: Veronika Gareus-Kugel

Der neue Kunstrasen soll den Hartplatz bei der Merkurschule ersetzen. Der Beschluss im Gemeinderat am Montagabend war einstimmig.

Der Baukostenzuschuss erfolgt gemäß der städtischen Sportförder-Richtlinien und beträgt zehn Prozent der nachgewiesenen Herstellungskosten, maximal jedoch 85.600 Euro.

Auf Antrag der Grünen ist die Auszahlung daran geknüpft, dass entweder ein unverfüllter Kunstrasenbelag zum Einsatz kommt oder dass Quarzsand als Füllstoff verwendet wird. Hintergrund: In Deutschland werden seit 2020 nur Plätze gefördert, die unverfüllt sind oder mit Quarzsand oder Kork. Kork scheidet in Ottenau aus, denn der Platz direkt an der Murg ist hochwassergefährdet: Bei Hochwasser würde Kork leicht ausgeschwemmt.

Carmen Merkel vom Amt Gesellschaft und Familie im Rathaus erläuterte weitere Details: „Großer Wunsch der Anwohner“ sei eine Entlastung bei der Parksituation gerade bei Heimspielen. Deshalb werde der Haupteingang des Stadions Richtung „Elefantenweg“ verlagert; ein Zugang für Fußgänger bei der Gaststätte bleibe erhalten. Es soll Gespräche geben mit der Daimler AG, damit Parkflächen mitgenutzt werden können; an ein Parkleitsystem wird gedacht. In Oertel- und Mozartstraße werde ein einseitiges Halteverbot die Situation für die Anwohner weiter entschärfen.

Mit dem neuen Platz wird das SVO-Gelände auf Kante genutzt werden; eine Verschwenkung der Oertelstraße am Abzweig Mozartstraße soll weitere Fläche bringen.

Folgende Kosten sind derzeit geplant (in Euro, gerundet):

Kunstrasenfeld: 396.000.

Verlegung und Sanierung bisheriges Rasenfeld: 281.000.

Beleuchtung: 63.000.

Stützwände: 79.000. Sie werden als Trainingswände konzipiert und sind damit zuschussfähig.

Hebeanlage Kunstrasen: 37.000.

Gesamtkosten: 856.000 Euro. Anfang Oktober ging man noch von rund 800.000 Euro aus.

Warten auf das Geld vom Badischen Sportbund

Stadt und SVO setzen auch auf einen Zuschuss des Badischen Sportbunds von knapp 222.000 Euro. Die Auszahlung kann aber einige Jahre dauern. Laut Stadtrat Rudi Drützler (Vorsitzender FV Bad Rotenfels) hat der FVR vier Jahre darauf gewartet. Deshalb übernimmt die Stadt eine Bürgschaft für das Überbrückungsdarlehen in Höhe des BSB-Zuschusses.

„Selbstverständlich stimmen wir sehr gerne zu“, versicherte in der Fraktionsrunde Rudi Drützler für die CDU. „Eine große Aufgabe“, habe sich die SVO gestellt, die für die Zukunft genau das Richtige sei: Rasenplatz und Kunststoffplatz nebeneinander: „Toll, dass ihr das angeht.“

Auch Jan Stenger sagte für die Freien Wähler Ottenau Unterstützung zu. Gerd Pfrommer (SPD) lobte die „mutige, vernünftige und zukunftsweisende Entscheidung.“ Nun gebe es neuen Handlungsspielraum für die Stadt am alten Hartplatz für die Merkurschule. Es gilt als sicher, dass auf dem alten Hartplatz auch neue Gewerbeflächen erschlossen werden können. Dr. Heike Röhlen (Grüne) freute sich über die umweltfreundliche Variante des Kunstrasenplatzes. Auch Armin Kellert (AfD) sagte Unterstützung zu. Alexander Haitz (FDP und bis 2016 über drei Jahrzehnte lang Leiter der SVO-Tischtennisabteilung), richtete den Blick auf die Fußballjugend; auch für sie sei die Aufwertung des Murgstadtions wichtig: „Allein bei der F-Jugend rennen zurzeit 40 Kinder dort rum.“

Nach wie vor hofft der Verein, dass das Vorhaben bis Ende 2022 realisiert sein wird.

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Ihr Autor

BT-Redakteur Thomas Senger

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Erstellt:
25. Oktober 2021, 19:54 Uhr
Lesedauer:
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