Zverev und Mihambo als Topfavoriten

Baden-Baden (moe) – Bei der Wahl der Sportler des Jahres im Baden-Badener Kurhaus haben die Olympiasieger von Tokio die besten Chancen auf die vordersten Plätze.

Malaika Mihambo. Foto: Michael Kappeler/dpa

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Malaika Mihambo. Foto: Michael Kappeler/dpa

Am Sonntagabend ab 22.15 Uhr ist im Zweiten Deutschen Fernsehen zu sehen, wer die Ersten bei der Wahl der Sportler des Jahres sind. Noch ist das Ergebnis allerdings ein extrem gut gehütetes Geheimnis. Und Klaus Dobbratz denkt gar nicht daran, dieses zu lüften. Immerhin einen kleinen Informationsfetzen gibt der Chef der Internationalen Sportkorrespondenz (ISK), die die Kür in diesem Jahr bereits zum 75. Mal ausrichtet, dann doch preis: „Ich denke, man kann sagen, dass die Goldkinder von Tokio am Ende vorne stehen werden.“

Das wiederum ist eine feste Tradition: Fast immer, wenn es im Zeichen der Ringe höher, schneller und weiter geht, liegen Olympioniken in der Gunst der Sportjournalisten ganz (weit) vorn. „Im Olympia-Jahr überdecken die Spiele alles andere“, sagt Dobbratz dazu passend – ohne natürlich explizit zu verraten, wer genau für die begehrten Titel seinen eigenen Briefkopf ändern darf.

Auch Konkurrenz sieht Mihambo vorne

Malaika Mihambo wird wohl bei den Frauen gewinnen, dafür braucht man recht wenig Fantasie. An der Weitspringerin aus Heidelberg, die sich mit reichlich Spannung und Dramatik im allerletzten Sprung auf exakt sieben Meter Gold in Tokio gesichert hat, führt kein Weg vorbei. Damit würde das fliegende Energiebündel als Triple-Siegerin landen: Die Olympiasiegerin gewann bereits 2019 und 2020 – im vergangenen Jahr eher für ihr soziales Engagement, denn große Titelkämpfe fanden pandemiebedingt bekanntlich nicht statt. Das bedeutet im Umkehrschluss: Wer die Sportjournalisten selbst ohne große sportliche Meriten überzeugt, der wird, wenn er mit olympischem Gold dekoriert ist, erneut ganz oben auf dem Podium stehen.

Das sieht im Übrigen auch die weibliche Konkurrenz so: „Für mich ist ganz klar, dass Malaika Mihambo das wieder gewinnen wird, schon allein wegen ihrer Popularität“, sagte Ringerin Aline Rotter-Focken, selbst Tokio-Olympiasiegerin, jüngst im BT-Interview. Am ehesten könnte Mihambo wohl noch Dressurreiterin Jessica von Bredow-Werndl gefährlich werden, deren Stern im Land der aufgehenden Sonne mit Doppel-Gold besonders hell strahlte.

Alexander Zverev. Foto: Luca Bruno/AP

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Alexander Zverev. Foto: Luca Bruno/AP

Auch Alexander Zverev kommt derzeit aus dem Strahlen kaum noch heraus. Das liegt zum einen natürlich an seinen Schmetterlingen im Bauch, der beste deutsche Schlägerschwinger ist bekanntlich frisch in TV-Starlet Sophia Thomalla verliebt. Zum anderen natürlich an seinen sportlichen Erfolgen. Durch seinen Olympia-Sieg in Tokio und dem erneuten Gewinn der ATP-Finals der besten Tenniscracks des laufenden Jahres ist der Hamburger auch Favorit auf Gold in Baden-Baden.

Wellbrock: Nach „Bambi“ nochmal Platz eins in Baden-Baden

Zverevs größter Konkurrent? Florian Wellbrock, der (Rettungs-)Schwimmer des DSV. Der 24-Jährige hat über zehn Kilometer mit außergewöhnlichen 25 Sekunden Vorsprung die erste deutsche Goldmedaille seit 13 Jahren aus dem 30 Grad warmen olympischen Freiwasser gefischt. Zum „Aufwärmen“ gab es bereits Bronze im Becken über 1.500 Meter. Gute Erinnerungen hat Wellbrock im Übrigen an Baden-Baden: 2019 wurde Deutschlands bester Schwimmer an der Oos mit dem „Bambi“ ausgezeichnet.

Tierisch erfolgreich waren in Tokio auch die Dressur-Dominatorinnen. Mit neuem Rekordergebnis gewannen Dorothee Schneider, Isabell Werth und Jessica von Bredow-Werndl nebst vierbeinigem Kollegium Gold im Geviert – der 14. Olympiatitel einer deutschen Equipe seit 1928. Im Bénazet-Saal könnte nun die nächste Siegerpirouette folgen.

Ganz ohne olympische Weihen im zu Ende gehenden Jahr blieben die schwarz-rot-goldenen DSV-Adler. Das wiederum ist nicht weiter schlimm, schließlich wird es für die deutschen Skispringer erst im Februar 2022 bei den Spielen in Peking ernst. Aber immerhin holten Pius Paschke, Severin Freund, Markus Eisenbichler und Karl Geiger WM-Gold bei der Heim-WM in Oberstdorf und sind damit auch zum wiederholten Mal Kandidaten für den Team-Titel an der Oos.


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