Zwei Blindgänger im Wörthböschelpark gefunden

Baden-Baden (BT) – Die Befürchtungen haben sich bestätigt: Im Wörthböschelpark liegen 250-Kilo-Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg. Daher müssen am 9. Mai viele Einwohner von Oos evakuiert werden.

In diesem Bereich des Wörthböschelparks laufen die Grabungen nach den Blindgängern. Foto: Henning Zorn

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In diesem Bereich des Wörthböschelparks laufen die Grabungen nach den Blindgängern. Foto: Henning Zorn

Inzwischen steht es fest: Am kommenden Sonntag, 9. Mai, wird der Stadtteil Oos ganz im Bann einer großen Evakuierungsaktion stehen. Bei den Untersuchungen im Wörthböschelpark hat sich der Verdacht bestätigt, dass im Untergrund noch gefährliche Fliegerbomben-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg liegen. Diese müssen nun entschärft werden.
„Unser Programm für den nächsten Sonntag läuft nun“, sagte Bürgermeister Roland Kaiser, als er am Montag in einem Pressegespräch auf die nun notwendige Evakuierung vieler Ooser Bürger hinwies.

Probleme durch Grundwasser

Da man weiß, dass im Zweiten Weltkrieg etliche Fliegerbomben im Bereich des Wörthböschelparks niedergegangen sind, hat die Stadt vor der geplanten Umgestaltung eines Teils der Anlage eine gründliche Überprüfung veranlasst. Eine Sondierung mit Metalldetektoren ergab dann vier Verdachtsstellen. Diese werden seit einigen Tagen von einer Fachfirma aufgegraben und unter die Lupe genommen. Die Arbeiten erweisen sich recht schwierig, da man hier „massiv mit Grundwasser zu tun hat“, so Kaiser. Daher ist es auch nötig, das Wasser in großem Umfang abzupumpen.

Inzwischen stehen aber nun die ersten Ergebnisse fest: Zwei Verdachtspunkte wurden bislang überprüft und in beiden Fällen hat sich die Befürchtung als berechtigt erwiesen. Die Experten identifizierten in 3,50 beziehungsweise fünf Metern Tiefe jeweils eine 250-Kilo-Fliegerbombe. Komplett freigelegt wurden die Blindgänger noch nicht. Die Experten haben sie lediglich abgetastet, um die Art der Zünder feststellen zu können. Erst am Sonntag wird sich der Kampfmittelbeseitigungsdienst näher mit den Bomben befassen.

Mit Gittern hat man die Verdachtsstellen abgesperrt. Foto: Henning Zorn

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Mit Gittern hat man die Verdachtsstellen abgesperrt. Foto: Henning Zorn

Eine Gefahr für die Bevölkerung sieht man bei der Stadt durch das Aufgraben nicht, schließlich liegen die Blindgänger hier schon lange Zeit, ohne dass etwas passiert wäre.

Bis zum Freitag werden auch noch die beiden anderen Verdachtsstellen untersucht. Erst dann kann entschieden werden, ob sich der Sicherheitsradius um die Fundstellen über 300 oder 500 Meter erstrecken muss. Findet man noch weitere Bomben, dann wird der 500-Meter-Radius erforderlich: Das heißt, dass fast 3.000 Personen ihre Wohnungen und Häuser verlassen müssen.

Polizei kontrolliert Evakuierung

Ab 7 Uhr wird am Sonntag mit den Absperrungen begonnen, bis 8 Uhr müssen sich alle Bewohner aus dem Sicherheitsradius entfernt haben. Über Lautsprecherwagen soll die Bevölkerung zusätzlich darauf hingewiesen werden. Die Polizei wird dann kontrollieren, ob wirklich alle Menschen den Sicherheitsbereich verlassen haben. Wenn sich manche Personen weigern, können sie auch in Gewahrsam genommen werden.

Notquartiere für die Evakuierten werden bei Bedarf in der Grundschule Oos, in der Theodor-Heuss-Schule und in der Louis-Lepoix-Schule angeboten. Corona-Quarantänefälle sollen separiert untergebracht werden.

Wenn Evakuierung und anschließende Kontrolle einigermaßen zügig funktionieren, dann könnte schon gegen 11 Uhr mit der Bombenentschärfung begonnen werden. Möglicherweise ist dann gegen 13 Uhr schon alles geschafft.

So sieht eine 250-Kilo-Bombe aus. Dies wurde vor wenigen Jahren in Hamburg entschärft. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

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So sieht eine 250-Kilo-Bombe aus. Dies wurde vor wenigen Jahren in Hamburg entschärft. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Das an betroffene Haushalte versandte Info-Blatt soll jetzt noch in mehrere Sprachen übersetzt und in Oos verteilt werden. Informationen zum Sicherheitsradius und seiner Ausdehnung sowie zur Evakuierung und möglichen Hilfestellungen kann man bei der Stadt unter (0 72 21) 93 18 67 bekommen. Die Verwaltung informiert auch auf der städtischen Internetseite unter dem Stichwort „Bombenentschärfung“ und nimmt Anfragen unter katastrophenschutz@baden-baden.de entgegen.

Die ganze Aktion hat am Sonntag natürlich auch Folgen für den Straßenverkehr. Im Sicherheitsradius ist ab 8 Uhr kein Individualverkehr mehr möglich. Die B500 bleibt in beiden Fahrtrichtungen bis kurz vor der Entschärfung befahrbar. Unmittelbar vor der Entschärfung erfolgt die Vollsperrung. Während dieser Zeit erfolgt in Richtung Stadtmitte eine Umleitung über Ebersteinburg, der stadtauswärts führende Verkehr wird über Steinbach umgeleitet. Die Umleitungsstrecken werden ausgeschildert.

Ihr Autor

BT-Redakteur Henning Zorn

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Erstellt:
3. Mai 2021, 12:22 Uhr
Aktualisiert:
3. Mai 2021, 15:22 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 45sec

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