Zwei Duelle bei Bürgermeisterwahlen

Von Markus Koch

Steinmauern/Bischweier (mak/ema) – Bei den Bürgermeisterwahlen am 25. Oktober in Steinmauern und Bischweier kommt es jeweils zu einem Duell. Im Flößerdorf wurde ein Bewerber nicht zugelassen.

Zwei Duelle bei Bürgermeisterwahlen

Harald Reinhard bewirbt sich um das Amt des Bürgermeisters in Steinmauern. Foto: Udo Zink

Jetzt liegen alle Karten auf dem Tisch: Bei der Bürgermeisterwahl in Steinmauern am 25. Oktober tritt neben Toni Hoffarth noch Harald Reinhard an. Der dritte Bewerber, Julio Pardo-Pose, seit 2010 Mitglied im Gemeinderat Steinmauern, hatte am Montag seine Bewerbung eingeworfen, die jedoch nicht vollständig war, wie Bürgermeister Siegfried Schaaf als Vorsitzender des Wahlausschusses am Dienstag feststellte. Es fehlte zum einen eine Wählbarkeitsbescheinigung, zum anderen hätte der spanische Staatsbürger eine eidesstattliche Versicherung abgeben müssen, dass er in seinem Herkunftsland die Wählbarkeit nicht verloren hat. Da es nicht möglich gewesen sei, die Unterlagen in der vorgegebenen Frist nachzureichen, müsse die Bewerbung zurückgewiesen werden.

Auch in Bischweier steht die Zahl der Bewerber fest. Am Dienstag um 18 Uhr endete die Bewerbungsfrist für die Bürgermeisterwahl am 25. Oktober. Es bleibt bei Amtsinhaber Robert Wein und seinem Herausforderer Dominik Kraus, der auch in Bischweier wohnt. Über die Zulassung entscheidet der Wahlausschuss am Donnerstag um 16.30 Uhr in der Markthalle.

Harald Reinhard, der frühere Bürgermeister von Buchenbach bei Freiburg, hat sich am Dienstag mit einer Presseerklärung zu seiner Kandidatur für die Bürgermeisterwahl in Steinmauern an das Badische Tagblatt gewandt. Er lädt am Dienstag, 6. Oktober, um 19.30 Uhr alle Interessierten zu einem Bürgergespräch ins Restaurant Buon Gusto ein. „Ich habe mich um die Nachfolge von Herrn Bürgermeister Schaaf beworben, weil ich überzeugt bin, mit meiner kommunalpolitischen Erfahrungen und meinen Ideen die Gemeinde Steinmauern solide leiten und ihr zukunftsweisende Impulse geben zu können“, schreibt er. Gespräche mit Gemeinderäten, Vereinsvorständen und politischen Vertretern und deren positive Rückmeldungen hätten ihn weiter motiviert, sich zu bewerben.

Harald Reinhard besuchte von 1972 bis 1979 die Grund- und Hauptschule in Kirchheim und wechselte danach an die städtische Wirtschaftsschule in Würzburg, wo er 1982 die Mittlere Reife ablegte. Von 1983 bis 1987 studierte er an der Hochschule für Musik in München und legte dort das Diplom als Musiklehrer ab. Seinen Wehrdienst absolvierte er beim Heeresmusikkorps 12 in Veitshöchheim.

Reinhard arbeitete als Leiter der Musikschule in Neudenau und als stellvertretender Leiter der Musikschule Würzburg. Von 1999 bis 2000 absolvierte er ein Kontaktstudium für Kulturmanagement an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Von 2002 bis 2003 folgte ein Kontaktstudium für Verwaltungsmanagement an der Kehler Verwaltungsakademie. Von 2006 bis 2009 leitete Reinhard die städtische Musikschule in Greifswald, anschließend arbeitete er bis 2012 als Kulturdezernent in Kamenz.

Bürgermeister in Buchenbach von 2012 bis 2020

Von März 2012 bis März dieses Jahres war Reinhard Bürgermeister der 3.100-Seelen-Gemeinde Buchenbach im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald. Dort wohnt der geschiedene Vater von drei Kindern im Alter von 21, 26 und 28 Jahren mit seiner Partnerin. Im Fall seiner Wahl werde er seinen Hauptwohnsitz nach Steinmauern verlegen.

In seiner Amtszeit habe er „Wohnbaugebiete saniert, ein Neubaugebiet entwickelt, Flüchtlinge menschenwürdig untergebracht, Kindergartenplätze geschaffen, Gebäude energetisch saniert und den Haushalt konsolidiert“, schreibt Reinhard in seiner Presseerklärung. Anfang Februar 2020 „musste ich leider echte Demokratie hautnah erleben, nachdem ich die Bürgermeisterwahl für eine mögliche zweite Amtszeit nicht gewinnen konnte“, schreibt er. Als Bürgermeister hatte er Verantwortung über einen Haushalt von rund sechs Millionen Euro und für 25 Mitarbeiter. „Sicherlich habe ich auch den ein oder anderen persönlichen Fehler in der ersten Amtszeit gemacht. Daraus habe ich aber gelernt und sehe darin heute eine wertvolle, wenn auch zunächst einmal schmerzliche Erfahrung“, schreibt der 54-Jährige.

Als wichtige Ziele nennt er neben einem guten Bildungsangebot die Schaffung von preisgünstigem Wohnraum, zudem unterstütze er bürgerschaftliches Engagement. Im Hinblick auf Standortfaktoren wie Kulturangebote, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten sowie Bildungsangebote könne er seine Erfahrungen einbringen. In der Verwaltung lege er „Wert auf Transparenz, Qualität und Bürgerorientierung“.

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