Zwei Impulsgeber für die Volksschauspiele

Ötigheim (manu) – Ehre, wem Ehre gebührt: Matthias Hammerschmitt und Sebastian Kreutz erhalten den Peter-Selbach-Gedächtnispreis.

Ritt auf der Kanone: Schauspieler Sebastian Kreutz trägt den Münchhausen in sein kühnstes Abenteuer. Foto: Jochen Klenk/Volksschauspiele

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Ritt auf der Kanone: Schauspieler Sebastian Kreutz trägt den Münchhausen in sein kühnstes Abenteuer. Foto: Jochen Klenk/Volksschauspiele

Im Frühjahr 2018 wurde im Telldorf erstmals der mit 1.000 Euro dotierte Peter-Selbach-Gedächtnispreis vergeben. Er würdigt Menschen, die mit nachhaltigem Einsatz die künstlerische Entwicklung der Volksschauspiele Ötigheim (VSÖ) prägen. Im Zweijahresturnus vergibt die vierköpfige Preisjury im Sinn des Stifters diese Ehrung.

Die für Anfang Mai anvisierte Verleihung an Matthias Hammerschmitt und Sebastian Kreutz musste wegen der Corona-Pandemie ausfallen. „Auch ein vorsichtig geplanter Termin im September scheiterte an den bekannten Auflagen“, informiert Jurymitglied Inga Becker. Wegen der angespannten Lage im Kulturbereich habe die Jury im Sommer beschlossen, die Dotierung an die Preisträger auszuzahlen. Den Festakt mit Laudatio will man im neuen Jahr nachholen.

Sprachschulung und Nachwuchsförderung

Matthias Hammerschmitt, ein gebürtiger Franke, absolvierte in Stuttgart sein Dirigentenstudium. In Coburg war er von 1982 bis 1985 Korrepetitor und Kapellmeister am Landestheater, danach Kapellmeister am Badischen Staatstheater in Karlsruhe. In Ettlingen begann er als musikalischer Leiter der Schlossfestspiele (1988 bis 1991) mit der Komposition von Schauspielmusiken, Balletteinlagen und Musicals. An der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe doziert er seit 1990.

Bei den VSÖ lag von 1997 bis 2012 die musikalische Leitung in Hammerschmitts Händen. In dieser Zeit habe er engagiert und erfolgreich den Fortschritt des Amateurtheaters vorangebracht. Für die Jury ist Hammerschmitt ein „Impulsgeber bei der Weiterentwicklung des musikalischen Spielplans“.

Im Schauspielfach kam Sebastian Kreutz Ende 2014 im Rahmen eines Theaterprojekts in der Jugendarbeit an Bord der VSÖ, habe seither enorm viel geleistet bei der Sprachschulung und Nachwuchsförderung. In einem Backstage-Videoclip der VSÖ sagt Kreutz dazu, er erforsche mit den Jugendlichen das Theaterspielen, möchte vermitteln, „wie schön es sein kann, sich auf ein Wagnis einzulassen, von dem man selbst nicht glaubt, dass man dazu fähig ist“. Viele Jugendliche ließen sich auf das „Experiment“ ein, wuchsen über sich hinaus und überschritten eigene Grenzen.

Innerhalb des Jugendprojekts erarbeitete Kreutz mit dem VSÖ-Nachwuchs neue Formate, die laut Aussage der Jury „von der Jugend sehr gut aufgenommen wurden“.

Sebastian Kreutz stammt aus Brandenburg, arbeitete als gelernter Dachdecker in Berlin, danach in Dessau als Bühnentechniker. Sein Schauspielstudium begann er 1991 an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock. Nach seinem ersten Engagement in Marburg wechselte er 1997 an das Badische Staatstheater in Karlsruhe. Seit 2011 ist er freischaffend tätig (Gastengagements, Coaching, Klinik-Clowning).


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