Zwei neue Reihen mit jungen Reben gepflanzt

Baden-Baden (cn) – Die Grundschule Varnhalt/Neuweier bewirtschaftet ihren eigenen Weinberg. Stefan Steinel hat den Schülern die Arbeitsschritte erklärt.

Schaufeln, schneiden, pflanzen – im Schulweinberg gibt es allerlei Aufgaben für die Schulkinder. Stefan Steinel leitet die Drittklässler an. Foto: Christina Nickweiler

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Schaufeln, schneiden, pflanzen – im Schulweinberg gibt es allerlei Aufgaben für die Schulkinder. Stefan Steinel leitet die Drittklässler an. Foto: Christina Nickweiler

Fleißig schaufelt die kleine Ida Erde aus einem Loch an einer Rebstockreihe im Gewann Heiligenstein in Neuweier. Die Neunjährige gehört zu den Drittklässlern der Grundschule Varnhalt/Neuweier, die den schuleigenen Weinberg bewirtschaften. Am Wochenende wurden auf dem fünf Ar großen Areal in zwei Reihen junge Reben gesetzt.

Mit dabei sind Stefan Steinel und seine Frau Sandra. Das Ehepaar zeigt den Drittklässlern, welche Arbeiten zu welcher Jahreszeit in den Reben anfallen. Steinel kürzt die langen Wurzeln an einem Setzling und erklärt, dass hierdurch der Wachstum der Wurzel angeregt wird. Er kennt sich aus im Metier, er ist Kellermeister bei den Affentaler Winzern im benachbarten Bühl.

Weiches Wachs für neue Triebe

Nach diesem Arbeitsgang gräbt Ida die Jungpflanze in die Erde ein. Der Setzling ist mit Wachs gepfropft. „Aber das Wachs ist so weich, dass leicht neue Triebe herauswachsen können“, erklärt der Winzer. Aufmerksam hören die anderen Kinder den Ausführungen zu. Jedes Kind freut sich, wenn es der Reihe nach einen eigenen Rebstock pflanzen darf. Die anwesenden Eltern freuen sich, bei dem einen oder anderen Handgriff mithelfen zu dürfen.

„Noch einen Schluck Wasser, dann kann die Pflanze gedeihen“, sagt der Winzer und drückt eine Tubexröhre um den Setzling. Auf diese Weise werden die Reben vor Hasen geschützt, die die Triebe abfressen könnten.

Der Schulweinberg ist schon viele Jahre fester Bestandteil des Stundenplans für die Grundschüler aus Varnhalt und Neuweier. Für Rektorin Evi Wandler gehört das Wissen über die Reben zum Leitbild der Schule. „Gerade jetzt in der kontaktarmen Zeit ist es sehr wichtig, dass sich die Kinder mit ihrer Heimat und ihrem Lebensraum identifizieren können. Und das nicht nur immer online“, informiert Wandler und nennt die Projektarbeit unter freiem Himmel „einen Lichtblick“.

Pilzresistente Sorten

Übrigens handelt es sich bei den neuen Setzlingen um pilzresistente Sorten, so genannte Piwis. Die Kinder lernen, dass die Sorte, die sie am Schulweinberg pflanzen, „Monarch“ heißt und diese Züchtung keine Pflanzenschutzmittel benötigt. In diesem Jahr werden die Schulkinder noch nicht an den neuen Stöcken ernten können. „Frühestens in vier Jahren“, erklärt Stefan Steinel. Dafür werden aber die „Jung-Winzer“ bei den älteren Reben ein paar Reihen weiter im Herbst die Trauben pflücken können. „Aber Wein wird aus diesen Trauben nicht. Denn die Schulkinder trinken lieber den Saft“, berichtet der Winzer über seine Erfahrungen.

Vorher gilt es für die Schulkinder noch einige Arbeiten zu erledigen. Im Juni steht das „Blätteln“ an. Hier werden üppig gewachsene Blätter entfernt, damit die Träubchen gut heranreifen können.


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