Zwei statt drei Könige unterwegs

Rastatt (fuv) – Die Sternsinger müssen auch in der Barockstadt den Pandemie-Zeiten Tribut zollen. Zumindest in drei der vier Kirchengemeinden der katholischen Seelsorgeeinheit sind sie unterwegs.

Sternsinger der Heilig-Kreuz-Gemeinde im Einsatz: Die Könige Hannah Ulitzka (rechts) und Maria Smajic. Foto: Frank Vetter

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Sternsinger der Heilig-Kreuz-Gemeinde im Einsatz: Die Könige Hannah Ulitzka (rechts) und Maria Smajic. Foto: Frank Vetter

Die traditionelle Sternsinger-Aktion leidet wie so viele andere Veranstaltungen unter der Coronapandemie. Immerhin sind die Könige aus dem Morgenland im Gegensatz zu 2020 wieder unterwegs. Zumindest in drei der vier Kirchengemeinden der katholischen Seelsorgeeinheit Rastatt.
Die zwölf Sternsinger von St. Alexander verzichten 2022 auf die Hausbesuche, sind jedoch in den Gottesdiensten dabei, so Pastoralreferent Marco Greipel. 20 Jungen und Mädchen von Herz Jesu waren einen Tag lang unterwegs, um den Segensspruch „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ über den Türen anzubringen und für einen guten Zweck zu sammeln. Auch in Zwölf Apostel sind 20 Sternsinger aktiv.

Einen besonderen Weg geht die Heilig-Kreuz-Gemeinde, wo ebenfalls 20 Jungen und Mädchen zwischen sieben und 14 Jahren in der Rheinau unterwegs sind. „Bei uns mussten sich Interessenten an einem Besuch vorher anmelden“, erläutert die Sprecherin des Gemeindeteams und Organisatorin der Sternsinger-Aktion, Monika Harbrecht. Das habe den Vorteil, dass sich die Leute auf den Besuch einstellen könnten. „Im vergangenen Jahr haben wir nur Tüten mit dem Aufkleber und einem Flyer über unser Straßenkinderprojekt in Ruanda verteilt“, blickt sie zurück.

Auf das Singen wird verzichtet

Bestehen die Sternsinger-Teams normalerweise aus den drei Königen aus dem Morgenland Kaspar, Melchior und Balthasar sowie einem Sternträger und einer erwachsenen Begleitung, sind in diesem Jahr stets nur zwei Sternsinger und eine Begleitung unterwegs. In den Hochhäusern im Rheinauer Ring gehe es doch sehr eng zu, daher die reduzierte Besetzung, begründet dies Monika Harbrecht. Auch auf das Singen wird mit Rücksicht auf Covid verzichtet.

Das Einkleiden im Gemeindezentrum in der Buchenstraße fällt ebenfalls aus, die Kostüme wurden im Vorfeld ausgegeben. So kommen am Sonntag die achtjährige Hannah Ulitzka und die zwölfjährige Maria Smajic bereits als Sternsinger ausgestattet ins Gemeindezentrum. Sie sei schon ein wenig aufgeregt, bekennt Hannah, für die es die erste Sternsinger-Aktion ist. Maria ist mit der dritten Teilnahme schon ein „alter Hase“. Im Gemeindezentrum erhalten sie das obligatorische Equipment: die Sammeldose, Flyer, Segensspruchaufkleber und natürlich den Stern. Der ist 2022 auch etwas anders als sonst. An der Spitze ist ein Sammelbeutel angebracht. So können die Besuchten ihren Obolus mit dem gebührenden Abstand geben.

Gläubige freuen sich auf den Besuch

Im Rheinauer Ring sind sie unterwegs, begleitet von Oberministrant Patrick Harbrecht. Den Gläubigen, an deren Haustüre die Sternsinger klingeln, ist die Freude anzusehen, wenn sie die Kinder erblicken. Hannah und Maria sprechen abwechselnd die Texte der Heiligen Drei Könige und gemeinsam den Segen: „Gottes Segen Euch geleite, durch die neue Jahr Euch führ, Christus mansionem benedicat schreiben wir an diese Tür.“ Dann nehmen sie die Spende entgegen und natürlich die eine oder andere Süßigkeit.

Am Sonntag füllt sich die Tragetasche von Patrick Harbrecht schnell mit Schokolade, Riegeln und vielem mehr. Wer trotz Anmeldung nicht zu Hause angetroffen wird, der bekommt den Aufkleber und einen Flyer mit einem Dankeschön und der Kontonummer für die Spenden für Ruanda oder für ein Projekt in Brasilien in den Briefkasten.

Herbert und Ingrid Slotta sind daheim. „Wir freuen uns sehr, dass die Sternsinger wieder zu uns kommen“, stellen sie fest. Herbert Slotta scherzt: „Sie könnten auch zweimal im Jahr kommen.“ Und wie gefällte es Hannah bei ihrer Premiere? Sie sei nun gar nicht mehr aufgeregt, sagt sie und strahlt „Es macht total Spaß“.


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