Zweiter Bewerber für die Wahl des Landrats

Rastatt (BT) – Am 12. Oktober wählt der Rastatter Kreistag einen neuen Landrat. Nach dem Kuppenheimer Bürgermeister Karsten Mußler tritt dabei auch Christian Dusch an. CDU und Grüne unterstützen ihn.

Will Rastatter Landrat werden: Christian Dusch. Foto: privat

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Will Rastatter Landrat werden: Christian Dusch. Foto: privat

Christian Dusch ist derzeit Verbandsdirektor des Regionalverbands Südlicher Oberrhein in Freiburg. Am Freitag kündigte er in einer Mitteilung an, dass er seine Bewerbung beim Rastatter Landratsamt einreichen wird. Nach eigenen Angaben hat er bereits mehrere Gespräche mit Mitgliedern des Kreistags, darunter auch mit den Fraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen, geführt. „Diese Gespräche empfand ich als sehr angenehm und konstruktiv. Die positiven Signale haben mich darin bestärkt, mich um das Amt des Landrats zu bewerben“, so Dusch. Er freue sich auf den weiteren Austausch in den nächsten Wochen. Die Fraktionen von CDU und Grünen kündigten in einer gemeinsamen Mitteilung an, die Kandidatur von Dusch zu unterstützen.

Erfahrung in Verwaltung und Kommunalpolitik

Dusch stammt aus Rheinau und war dort mehr als 15 Jahre in unterschiedlichen ehrenamtlichen Funktionen in der Kommunalpolitik tätig, unter anderem als CDU-Stadt- und Kreisrat im Ortenaukreis. Zudem ist der Vizepräsident des Südbadischen Fußballverbands. Seit 2019 ist er hauptberuflich Verbandsdirektor des Regionalverbands Südlicher Oberrhein und zudem Lehrbeauftragter (Kommunal-, Bau- und Umweltrecht) an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl. Zuvor war er Professor an der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl und Dezernent für Bau und Umwelt sowie Betriebsleiter des Abfallwirtschaftsbetriebs im Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald. Dusch verfügt über eine umfassende Ausbildung, er ist Volljurist und Verwaltungswissenschaftler. Seine Dissertation hat er im Rahmen seines Zweitstudiums der Philosophie erstellt. Dusch ist Jahrgang 1978, lebt in Freiburg in einer festen Partnerschaft mit einer Tierärztin und hat einen Sohn.

Unterstützung von CDU und Grünen

Die Fraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen kündigten ebenfalls am Freitag an, Dusch bei der anstehenden Landratswahl zu unterstützen. Nach den Worten von Andreas Merkel, Vorsitzender der mit 18 Mitgliedern größten Fraktion im Rastatter Kreistag, habe Dusch die CDU-Kreisräte „nicht nur mit seiner beruflichen Vita, sondern auch mit seiner langjährigen kommunalpolitischen Erfahrung überzeugt“. Er kenne sowohl die Arbeit in einem Landratsamt als auch die in ehrenamtlichen Gremien. „In einem intensiven Austausch haben die Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion den Eindruck gewonnen, dass es ihm gut gelingen wird, zwischen unterschiedlichen Positionen einen Ausgleich herbeizuführen und Interessen zu bündeln“, so Andreas Merkel. Er habe zudem überzeugend dargelegt, dass ihm ein enger Austausch mit den 23 kreisangehörigen Städten und Gemeinden außerordentlich wichtig sei. Hervorzuheben sei ferner seine Bereitschaft, bei der Bearbeitung der dem Landratsamt obliegenden Landesaufgaben auch die kommunale Sichtweise einfließen zu lassen. „Wir haben in mehreren Gesprächen den Eindruck gewonnen, dass es genügend inhaltliche Überschneidungen gibt, die es rechtfertigen, ihm unser Vertrauen zu schenken“, sagt Manuel Hummel, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. „Wir sind der Meinung: Mit ihm geht was!“ „Wir haben uns in großer Einmütigkeit zu diesem ungewöhnlichen Schritt entschlossen. Im Vordergrund steht für uns dabei die Qualifikation des Bewerbers.“ Die Vorsitzenden beider Fraktionen verweisen auch darauf, dass Dusch jüngst an der Ausarbeitung des Koalitionsvertrags auf Landesebene mitgewirkt habe. Er sei damit auch auf Landesebene gut vernetzt, was angesichts der vielfältigen Schnittstellen zwischen Kreis und Land sehr hilfreich sei. Wie es in der gemeinsamen Mitteilung weiter heißt, sei Dusch von sich aus auf die Fraktionen zugekommen.

Zweiter Bewerber nach Karsten Mußler

Mit Dusch gibt es nun zwei Bewerber. Bereits im Juli hatte der 55-jährige Kuppenheimer Bürgermeister Karsten Mußler, der zugleich Vorsitzender der Freien-Wähler-Fraktion im Kreistag ist, seinen Hut in den Ring geworfen. Mußler kann bislang auf die Unterstützung seiner Freien Wähler (13 Sitze) sowie der Fraktion von FDP/FuR (4 Sitzen zählen), das ergibt zusammen 17 Sitze. CDU und Grüne verfügen gemeinsam über 28 Sitze. Dem Kreistag gehören 61 Mitglieder an. Im ersten Wahlgang ist eine absolute Mehrheit von 31 Stimmen erforderlich; Mußler ist nicht stimmberechtigt. Ein zweiter Wahlgang stünde unter denselben Vorzeichen. Erst bei einem dritten Urnengang würde die einfache Mehrheit genügen. Die SPD (zehn Sitze) hat sich noch nicht festgelegt. „Wir hatten ein gutes Gespräch mit Herrn Dusch“, so Fraktionsvorsitzender Peter Hirn gegenüber dem BT, „wollen uns aber nicht positionieren, so lange die Bewerberfrist nicht abgelaufen ist“. Diese läuft noch bis Montag, 6. September. Weitere Stimmen vergeben die AfD (5) und die Linke (1). Die Wahl wurde nach dem unerwarteten Tod von Landrat Toni Huber nötig.

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