Zwischen Baden, Aufsicht und Desinfizieren

Baden-Baden (up) – Ein Gang durch die vier städtischen Schwimmbäder in Baden-Baden zeigt, wie es dort aktuell aussieht.

Warum in die Ferne schweifen, wenn Strand und Wasser vor der Haustüre liegen – und Fabian Burkhardt für Sicherheit sorgt. Foto: Ulrich Philipp

© up

Warum in die Ferne schweifen, wenn Strand und Wasser vor der Haustüre liegen – und Fabian Burkhardt für Sicherheit sorgt. Foto: Ulrich Philipp

Der Sommer hat Einzug gehalten, die heißen Temperaturen und die Sonnenstrahlen über Baden-Baden und dem Rebland laden dazu ein, sich Abkühlung im Stadtgebiet zu suchen. Gleich vier Möglichkeiten gibt dabei vor Ort. Das BT hat sich unter die Badelaunigen gemischt.

Am Strandbad Sandweier sind am Samstagmorgen gegen 11 Uhr bereits alle Pkw-Parkplätze belegt. Nur die wenigsten Besucher sind mit dem Fahrrad gekommen, wie an den wenigen belegten Metallbügeln in der Nähe des Eingangs zu sehen ist. An der Kasse zeigen sechs mit Sonnenschirm, Isomatten und Sporttaschen bepackte Badegäste ihre Buchungsbelege vor, bezahlen den Eintritt und werden zügig abgefertigt. Es gibt keine Wartezeiten. Auf dem Strandbadgelände haben sich bereits mehrere Hundert Sonnenhungrige ihren Platz gesucht und sich niedergelassen.

„Heute und morgen sind wir ausgebucht, es können jeweils 1.500 Besucher kommen“, erklärt Fabian Burkhardt, der Teamleiter der Fachangestellten Bäderbetriebe bei den Stadtwerken, im Gespräch mit dem Badischen Tagblatt. Das Buchungssystem, bei dem sich die Badegäste im Internet auf der Homepage in einem der vier städtischen Bäder anmelden können funktioniert reibungslos. „Seit Kurzem muss ja auch kein negativer Corona-Test vorgezeigt werden“, erklärt Burkhardt. Er sorgt mit drei weiteren Aufsichtskräften, darunter drei Rettungsschwimmern, für die Sicherheit der Badegäste, von denen viele bereits die Erfrischung im Wasser suchen. Andere genießen den Aufenthalt in der Strandbar.

Hier werden sie unter anderem von Patricia Ludwig mit kalten Getränken, Kaffee oder Essen versorgt. „Das Bad ist sehr familienfreundlich, der Andrang ist manchmal sehr groß“, berichtet sie. Zu ihren Stammgästen gehört Edgar Ullrich aus Sandweier: „Ich bin Rentner und jeden Tag hier.“

Maximal 800 Besucher im Hardbergbad

Im Hardbergbad in der Weststadt ist gegen 12 Uhr, die für das erste Zeitfenster von 10 bis 14 Uhr zulässige Höchstzahl von 800 Besuchern wohl erreicht. Nur wenige neue Gäste treffen noch ein und werden zügig eingelassen. Sie verteilen sich in ausreichendem Abstand auf den großzügigen Liegewiesen, in denen vor Corona 2.000 Menschen genügend Platz hatten. An zwei der fünf Tischtennisplatten, die im Schatten stehen, wird gespielt und im Sportbecken drehen die Bewegungshungrigen ihre Bahnen im kühlen Nass. Sie schwimmen hintereinander auf einer vorgegebenen Strecke, damit sich niemand zu nahekommt. Im Becken nebenan wagen Kinder und Jugendliche den Sprung vom Fünf-Meter-Brett. Unter ihnen ist auch der zwölfjährige Marius Müller, der sich sogar einen Kopfsprung traut. „Er ist ein Stammgast bei uns“, sagt Rettungsschwimmer Erhard Setz, der die Kids immer im Blick hat und aufpasst, dass nichts passiert.

Um 14 Uhr müssen alle Badegäste das Bad verlassen, das dann für eine Stunde geschlossen wird, damit alle sanitären Anlagen und die Beckenränder gereinigt und desinfiziert werden können. Um 15 Uhr werden dann die nächsten Gäste eingelassen.

Bertholdbad: Pfortenöffnung um 13 Uhr

Bereits 20 Minuten, bevor das Bertholdbad in der Innenstadt seine Pforten um 13 Uhr wieder öffnet, warten etwa 30 Menschen vor dem Eingang. Eine von ihnen ist eine Frau aus Baden-Oos, die ihren Namen nicht veröffentlicht sehen möchte. „Ich habe gerade Urlaub und bin oft hier“, sagt sie dem Badischen Tagblatt. Ihr gefällt die ruhige Atmosphäre des Bades und dass es viele Besucher in ihrem Alter gibt: „Ich finde das sehr angenehm.“ Ihre Tochter hat sie im Internet angemeldet.

Nachdem die Kasse pünktlich um 13 Uhr geöffnet hat, dauert es nicht lange, bis alle Besucher eingelassen sind und sie ins Wasser springen können. „Wir haben jetzt zwei Zeitfenster, von 7.30 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 20 Uhr“, erklärt ein Rettungsschwimmer dem BT vor Ort die verlängerten Öffnungszeiten, da die Inzidenzzahlen weit genug gefallen sind. In der Pause werden auch hier Beckenränder und Toiletten gereinigt und desinfiziert. „Außerdem machen wir dann auch unsere Pause“, so der Mann.

Der traut sich was: Stammgast Marius Müller versucht sich beim Kopfsprung vom Fünfer im Hardbergbad. Foto: Ulrich Philipp

© up

Der traut sich was: Stammgast Marius Müller versucht sich beim Kopfsprung vom Fünfer im Hardbergbad. Foto: Ulrich Philipp

Im Freibad in Steinbach beginnt das erste Zeitfenster um 9 Uhr und dauert bis 13 Uhr. Bereits eine halbe Stunde später, um 13.30 Uhr, geht es dann weiter, bis um 20 Uhr das Bad seine Pforten schließt. „Wir werden hier vom Freundeskreis des Freibades unterstützt“, erklärt Jan Schumacher dem Badischen Tagblatt, der in Steinbach als Meister für Bäderbetriebe die Verantwortung trägt. „Wir hatten hier Badegäste, die so ausgehungert waren, dass sie schon bei 16 Grad ins Wasser gesprungen sind“, erzählt Schumacher von denjenigen, die eine Eröffnung sehnlichst erwartet haben, und er ergänzt: „Wir bekommen viele positive Rückmeldungen.“ Demnach schätzen die Besucher die Familienfreundlichkeit des Bades mit viel Schatten und die Tatsache, dass Eltern ihre Kinder immer im Blick behalten können.

Ihr Autor

Ulrich Philipp

Zum Artikel

Erstellt:
21. Juni 2021, 15:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 21sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.