Zwischenlösung kümmert sich um Lese 2021

Gernsbach (stj) – Das Weingut Schloss Eberstein befindet sich weiter auf Pächter-Suche, auch 2021 erfolgt die Bewirtschaftung mit einer Zwischenlösung.

Ein Aushängeschild Gernsbachs: Das Weingut Schloss Eberstein wartet weiter auf einen neuen Pächter. Foto: Stephan Juch

© stj

Ein Aushängeschild Gernsbachs: Das Weingut Schloss Eberstein wartet weiter auf einen neuen Pächter. Foto: Stephan Juch

Gerd und Jörg Overlack sind seit 31. August vergangenen Jahres auf Pächtersuche für ihren Weinberg von Schloss Eberstein. Nach dem Ende der rund acht Jahre langen Ära von Jürgen Decker erschwert die Corona-Krise die Nachfolgeregelung. Zurzeit werden die Reben vom Weinbau-Service-Team GbR Thomas Seifermann (Bühl) bewirtschaftet. Das Unternehmen sprang bereits im Vorjahr in die Bresche und kümmert sich nun auch um den Jahrgang 2021.

Auf fast acht Hektar Rebfläche werden in Obertsrot die Hauptrebsorten Spätburgunder und Riesling sowie Weißburgunder, Sauvignon blanc und Merlot angebaut. „Die sind in besten Händen“, betont Jörg Overlack im BT-Gespräch. Bekanntlich wird im Frühjahr der Grundstein für eine erfolgreiche Lese im September gelegt. Diese Vorarbeiten erledigt der Fachbetrieb aus Bühl genauso wie die Traubenernte. Das Unternehmen kennt sich in den Hängen von Schloss Eberstein bestens aus, hat es doch im Jahr 2007 schon bei der Anlage des Weinbergs geholfen, blickt Overlack zurück und unterstreicht das Vertrauensverhältnis zum Weinbau-Service-Team Seifermann.

Mit der Gastronomie fehlt den Weinbaubetrieben eine große Stütze

Eine Dauerlösung ist die externe Bewirtschaftung freilich nicht. „Wir sind nach wie vor auf der Suche nach einem Pächter“, betont Overlack. Er glaubt aber erst an einen Erfolg, wenn die Gastronomie wieder größtenteils ohne Einschränkungen öffnen kann. Denn ohne diese „große Stütze“ der Weinbaubetriebe sei es nahezu unmöglich, jemanden zu finden, der das Geschäft übernimmt – obwohl der Weinberg in Obertsrot bestens dastehe. Das Fundament der Schloss-Weine bildet die einzigartige Natur im Murgtal: Steile Südost-Hänge, die Murg mit ihrem ganz besonderen Kleinklima, der hoch aufragende Nordschwarzwald und die urgesteinsgeprägten Granitverwitterungsböden.

Die Corona-Krise hat im Jahr 2020 zwar den Absatz von Flaschenweinen insgesamt angekurbelt, doch ein Grund zum Jubeln ist das für die meisten Winzer nicht. Denn das Wachstum liegt vor allem in der Konsumverlagerung aus der fehlenden Gastronomie in die eigenen vier Wände begründet. Geschlossene Restaurants und ausfallende Feste haben für viele, gerade kleinere Betriebe massive Umsatzeinbußen zur Folge. So fehlen den Weingütern die Einkäufe von Veranstaltern, von Restaurants und natürlich der Absatz aus der gutseigenen Gastronomie – wie auf Schloss Eberstein. Mangels Weinproben entfällt zudem die Möglichkeit, den eigenen Wein zu präsentieren – und das ist für die Nachfrage nicht unerheblich.

Während der Corona-Pandemie sind die Voraussetzungen für einen Neustart in der Branche mit der Übernahme eines Weinbergs also denkbar schlecht. Klar, dass die Gebrüder Overlack auch deshalb darauf hoffen, dass sich die Rahmenbedingungen so schnell wie möglich ändern, um den Jahrgang 2022 wieder mit einem Pächter bewirtschaften zu können. Dieses Jahr wird es aller Voraussicht nach bei der Zwischenlösung im Obertsroter Weinberg bleiben. Es habe zwar schon einige Gespräche gegeben, noch aber sei die Zukunft offen, so Overlack.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.