Zwischenmenschliches auf engem Raum

Baden-Baden (vr) – „Acht, in Böen neun“ heißt das Erstlingswerk von SWR3-Moderator Michael Wirbitzky. Im Casino hat er das Buch vorgestellt.

Ganz schön stürmisch: Michael Wirbitzky (rechts) und Sascha Zeus lesen gemeinsam aus dem Erstlingswerk des SWR3-Moderators. Foto: Veruschka Rechel

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Ganz schön stürmisch: Michael Wirbitzky (rechts) und Sascha Zeus lesen gemeinsam aus dem Erstlingswerk des SWR3-Moderators. Foto: Veruschka Rechel

„Heute ging mir etwas die Düse, weil ich wegen Corona zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder auf einer Bühne stehe“, gestand Michael Wirbitzky. Deshalb sei die Lesung im Casino mit seinem ersten Buch ein bisschen wie eine Premiere.

Der Radiomoderator und Comedian, bekannt und beliebt unter anderem durch die SWR3-Morningshow, ist jetzt auch unter die Schriftsteller gegangen. Zusammen mit seinem kongenialen Showpartner Sascha Zeus las er aus seinem Erstlingswerk „Acht, in Böen neun“. „Es ist lebendiger zu zweit, und außerdem sind wir schon durch einige Stürme zusammen gesegelt“, erklärte er.

Mit Schwimmweste und Südwester

Also „schipperten“ die beiden gemeinsam durch den unterhaltsamen Abend und sprachen abwechselnd die Rollen der Protagonisten im Buch. Es war eine Lesung der besonderen Art, denn ganz ohne Gags geht es einfach nicht bei „Zeus & Wirbitzky“. So erschien Sascha Zeus zu Beginn mit Schwimmweste und Südwester, um auf den Inhalt des Romans einzustimmen.

Es geht um sieben Segelfreunde, zwei Frauen und fünf Männer, die von Korsika aus in Richtung Südfrankreich fahren. Der Urlaub geht dem Ende zu, die Stimmung ist ausgelassen. Die Erzählung spannt einen starken, dramaturgischen Bogen. Es beginnt harmlos, bis plötzlich dunkle Wolken am Himmel aufziehen – und mit ihnen auch innerhalb der Crew.

Sie lassen alte Konflikte aufbrechen sowie nach und nach erkennen, dass es unter den vermeintlichen Freunden gewaltig knirscht. Auf einmal fehlt jemand an Bord. Ein Unglück in stürmischer See? Nach dem überstandenen Sturm ist für alle nichts mehr so, wie es mal war.

Was motivierte den Autor zu seinem ersten Druckwerk? „Es war ein lang gehegter Traum, denn alles, was ich bis dahin geschrieben hatte, war für maximal zwei Minuten und hatte am Ende eine Pointe“, verrät der frischgebackene Schriftsteller. Als begeisterter Segler seit seinem 16. Lebensjahr fuhr er schon über alle Meere Europas, immer in einer Truppe von sechs bis sieben Seglern.

Scheinbar harmonische Segeltour

Was auf engstem Raum an Zwischenmenschlichem passiert oder passieren könnte, hat ihn zu einer Geschichte inspiriert, in der es um eine scheinbar harmonische Segeltour mit verhängnisvollem Ausgang geht. Der Titel, „Acht, in Böen neun“, bezeichnet eine Wetterlage mit Sturmböen von 85 Kilometern pro Stunde. „Da wird es an Bord ganz schön ungemütlich“, so Wirbitzky.

Dass er gut schreiben kann, hat das Multitalent schon früh bewiesen. Während seines Studiums in Köln suchte RTL junge Sketch-Autoren, und sein Vater, der TV-Regisseur und Drehbuchautor Klaus Wirbitzky, ermutigte ihn, für den Sender Gags zu schreiben. Den Unterschied zwischen ein paar witzigen Zeilen und einem Kriminalroman von 188 Seiten zu meistern, ist Michael Wirbitzky hervorragend gelungen. Die Monologe der sieben Segler, aus denen sich die Geschichte zusammensetzt, machen den außergewöhnlichen Stil aus.

Ihr Autor

Veruschka Rechel

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Erstellt:
27. März 2022, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 25sec

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