Zwölf Millionen Euro für KVV

Karlsruhe (fk) – Corona-Rettungsschirm: Auch der Karlsruher Verkehrsverbund profitiert von der 125-Millionen-Euro-Tranche für Verkehrsunternehmen im Land. Für den KVV gibt es zwölf Millionen Euro.

Um mehr als 70 Prozent brachen die Fahrgastzahlen während der Corona-Krise beim KVV ein. Vom Land gibt es jetzt zunächst zwölf Millionen Euro Unterstützung. Foto: Florian Krekel/Archiv

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Um mehr als 70 Prozent brachen die Fahrgastzahlen während der Corona-Krise beim KVV ein. Vom Land gibt es jetzt zunächst zwölf Millionen Euro Unterstützung. Foto: Florian Krekel/Archiv

Um teils mehr als 70 Prozent brach das Fahrgastaufkommen einiger Nahverkehrsunternehmen in der Hochphase der Corona-Krise ein, entsprechend groß ist das Loch im Säckel der Verkehrsbetriebe wie dem Karlsruher Verkehrsverbund KVV – selbst wenn das finanzielle Minus etwa dank Schüler- und Monatskartenbesitzern dort nicht ganz so groß war. Wohin die Zahlen genau rutschten, bleibt vorerst im Dunkeln. Feststeht: Sie sind rot, tiefrot. Das Verkehrsministerium startete daher jetzt die Auszahlung der Mittel aus einem Rettungsschirm.

Ersatz für Einnahmeausfälle der Monate März bis Juni


125 Millionen Euro ist der in einer ersten Tranche schwer. Zwölf Millionen davon gehen an den KVV. Sie sollen die Einnahmeausfälle für die Monate März bis Juni abdecken. Eine weitere 125 Millionen Euro schwere Finanzspritze für die Verkehrsunternehmen und -verbünde im Land steht noch aus, für die sogenannten Langzeitanträge für die Monate Juli bis Dezember liefen derzeit noch die Berechnungen, informiert KVV-Pressesprecher Michael Krauth auf BT-Nachfrage. Ob die Mittel ausreichen, will er, will der KVV aktuell nicht bewerten. Das hänge schlicht vom Defizit ab, das alle Verkehrsunternehmen im Land in Summe als Verlust bei den Fahrgeldeinnahmen anmeldeten.

Die Bedeutung der aktuellen Zahlungen sei jedenfalls nicht zu unterschätzen. Viele Verkehrsunternehmen im KVV seien durch die historische Krise in Existenznot geraten. Das Land brauche aber, so Krauth, „auch zukünftig einen leistungsstarken ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr), um den Menschen in der Region weiterhin ein attraktives Mobilitätsangebot bieten zu können. Zudem leistet der umweltfreundliche Nahverkehr einen unverzichtbaren Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele im Verkehrssektor.“

Fahrgastzahlen steigen wieder

Immerhin: Die Zahlungen sind momentan nicht der einzige Lichtblick. Nach den starken Einbrüchen erholen sich in letzter Zeit auch die Fahrgastzahlen wieder, auch wenn sie noch längst nicht auf dem Vorkrisenniveau sind. „Nachdem wir während des bundesweiten Lockdowns im März und April nur noch rund 20 Prozent unserer Fahrgäste befördert haben, liegt die Auslastung in Bussen und Bahnen aktuell wieder zwischen 65 Prozent bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe und 75 Prozent bei der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft“, bilanziert Krauth.

Das zeige zwar, dass die Menschen wieder Vertrauen in den ÖPNV hätten, aber natürlich bleibe abzuwarten, wie sich die Pandemie in den nächsten Wochen und Monaten weiter entwickele und welche Auswirkungen eine mögliche zweite Welle haben würde.

Der Blick in die Zukunft bleibt beim KVV dennoch vorsichtig optimistisch und durchaus selbstbewusst. Aus der Karlsruher Unternehmenszentrale heißt es abschließend: „Der ÖPNV hat bereits zu Beginn der Pandemie ein stabiles Grundangebot aufrechterhalten und so eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er als systemrelevantes Unternehmen auch in der Krise ein verlässlicher Mobilitätspartner ist.“

Die zweite Tranche des Hilfspakets soll Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) zufolge noch im Herbst kommen. Insgesamt gibt es laut seinem Ministerium rund 400 Verkehrsunternehmen im Land, die aber nicht alle einzeln Anträge stellten, sondern sich vielmehr zumeist gebündelt über die 22 Verkehrsverbünde um die Hilfszahlungen bemühten.


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