Zwölf weitere Stolpersteine in Kuppenheim

Kuppenheim (fuv) – Das Gedenken an einstige jüdische Mitbürger in Kuppenheim wachzuhalten, hat sich der Arbeitskreis Stolpersteine zur Aufgabe gemacht. 68 Stolpersteine sind mittlerweile verlegt.

Heinz Wolf (rechts) vom AK Stolpersteine hat die Lebensläufe der Kuppenheimer Nazi-Opfer recherchiert.  Foto: Frank Vetter

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Heinz Wolf (rechts) vom AK Stolpersteine hat die Lebensläufe der Kuppenheimer Nazi-Opfer recherchiert. Foto: Frank Vetter

Mit zwölf weiteren Stolpersteinen wird in Kuppenheim an das Schicksal jüdischer Mitbürger während des Nationalsozialismus erinnert. Insgesamt hat der Arbeitskreis Stolpersteine 68 dieser Erinnerungsstücke verlegt, 61 weitere sollen folgen, so der Sprecher des Vereins, Heinz Wolf.

„Ganz besonderes Zeichen“

Am Treffpunkt der Verlegeaktion, auf dem Synagogenplatz, nannte Bürgermeister Karsten Mußler die Stolpersteine „ein ganz besonders Zeichen, das in die Welt hinausgetragen werden soll“, und rief zum Widerstand gegen Antisemitismus auf. Besonders freue ihn, dass Vertreter des christlichen, des jüdischen und des islamischen Glaubens an der Verlegung teilnähmen, betonte Mußler.

Daniel Naftali Surovtsev, Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Baden-Baden, erinnerte daran, dass im jüdischen Glauben Steine ein Trauersymbol seien. Die Stolpersteine seien ein gutes Symbol für die Erinnerung. Der Rabbi sprach auf Hebräisch ein Trauergebet.

Gedenken an die Opfer

Mit den Stolpersteinen blieben Menschen als Personen im Alltag in Erinnerung; die Steine seien „ein einfaches, aber wichtiges Zeichen“, stellte der katholische Pfarrer Ulrich Stoffers fest. Sein evangelischer Kollege Jürgen Biskup sagte, die Verfolgten seien Mitmenschen gewesen, die dazugehört hätten. Für den Türkischen Schul-Eltern-Verein Gaggenau und Umgebung nahm Mahmet Pervaneli an der Zeremonie teil. Er mahnte, die Religion nicht als Kampf anzusehen. An drei weiteren Standorten erinnern seit Freitag zwölf Stolpersteine an die Opfer. Vor dem Haus Rheinstraße 14 erinnern sechs Steine an die Familie Max Kahn. Am 22. Oktober 1940 wurde er ins Lager Gurs deportiert. Am 3. August 1942 starb er in Marseille während seiner Lagerhaft. Seine Frau Rosa Kahn kam ebenfalls nach Gurs, konnte jedoch flüchten und emigrierte nach New York. Die vier Töchter konnten 1939 in die USA auswandern.

In der Oberen Torstraße 1 liegen für die Familie Grünbaum vier Stolpersteine.

Zwei Steine in der Murgtalstraße 2 sind Familie Dreyfuß gewidmet: Hermann Heumann, Ehemann von Ida Dreyfuß, sowie Markus Katz, Ehemann von Regina Dreyfuß.

Heinz Wolf dankte Roland Hampel vom Kuppenheimer Bauhof, der die Steine in Vertretung des Künstlers und Stolperstein-Erfinders Gunter Demnig verlegte. Gerold Stefan von der Musikschule Gaggenau umrahmte die Verlegung musikalisch mit seiner Klarinette.

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